Zürcher Polizeiaffäre: Bedingte Freiheitsstrafe für Stadtpolizist gefordert
Aktualisiert

Zürcher PolizeiaffäreBedingte Freiheitsstrafe für Stadtpolizist gefordert

Im Zusammenhang mit der Polizeiaffäre soll ein Ex-Stadtpolizist zwei ausländische Prostituierte vor einer Anzeige geschützt haben. Die Staatsanwaltschaft fordert 14 Monate bedingt.

Eine Razzia im Nachtclub Chilli's im Zürcher Kreis 4 löste Anfang November 2013 die Polizeiaffäre aus.

Eine Razzia im Nachtclub Chilli's im Zürcher Kreis 4 löste Anfang November 2013 die Polizeiaffäre aus.

Keystone/Steffen Schmidt

Ausgelöst worden war die Polizeiaffäre durch eine Razzia Anfang November 2013 in einem Nachtclub an der Zürcher Langstrasse. Dabei wurden fünf Mitarbeitende der Fachgruppe Milieu- und Sexualdelikte der Stadtpolizei Zürich (MSD) festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft I führte seither Strafverfahren gegen verschiedene Polizeifunktionäre dieser Dienststelle wegen Korruptions- und Begünstigungsvorwürfen durch. Teilweise sind diese bereits abgeschlossen.

Im März hat die Staatsanwaltschaft nun gegen einen ehemaligen Polizeifunktionär der MSD Anklage im abgekürzten Verfahren erhoben. Ihm wird mehrfache Begünstigung, Amtsmissbrauch, mehrfache Vorteilsannahme und Amtsgeheimnisverletzung vorgeworfen, wie es in einer Mitteilung der Oberstaatsanwaltschaft vom Donnerstag heisst. Beantragt ist eine bedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten.

Löschung von Daten veranlasst?

Der Stadtpolizist soll bei zwei Frauen auf eine Verzeigung wegen unzulässiger Ausübung der Prostitution und Verstoss gegen das Ausländergesetz verzichtete und sie so vor einer Strafverfolgung geschützt haben. Zudem soll er eine Mitarbeiterin veranlasst haben, einen noch zu bearbeitenden Verzeigungsrapport gegen eine der beiden Frauen aus der polizeilichen Datenbank POLIS zu löschen.

Weiter wird ihm vorgeworfen, vertrauliche Daten aus dem POLIS an einen unberechtigten Dritten herausgegeben haben. Der Beschuldigte, der für die Kontrolle des Restaurants Schweizerdegen zuständig war, soll sich zudem zweimal von dessen Wirt zu Getränken und Essen eingeladen haben. In einigen weiteren Punkten ist das Verfahren eingestellt worden. (sda)

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