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Bedrohen Push-Up-BHs die Gesellschaft?

Die chinesische Regierung hat Rundfunkwerbung für Push-Up-BHs und figurformende Unterwäsche verboten. Weil sie «die Sitten korrumpieren und die soziale Umwelt verschmutzen».

In einer Erklärung der staatlichen Rundfunk- und Filmbehörde (SARFT) hiess es am Sonntag, ebenfalls untersagt sei Werbung für Sexspielzeug und Medikamente, die angeblich die sexuelle Leistungsfähigkeit steigern.

Diese Werbung stelle eine Bedrohung für die Gesellschaft dar, schrieb die SARFT auf ihrer Website. «Sie führt nicht nur die Verbraucher in die Irre, schadet der Gesundheit der Menschen, verschmutzt die soziale Umwelt und korrumpiert die Sitten, sondern sie schadet auch der Glaubwürdigkeit des öffentlichen Rundfunks», hiess es. Damit werde schliesslich auch das Bild der Kommunistischen Partei und der Regierung beschädigt.

Vor einigen Wochen verbot die SARFT elf Radiosendungen, in denen ihrer Ansicht zu offen über Sex gesprochen wurde. Die Regierung in Peking hatte im Juli eine mediale «Säuberungskampagne» gestartet. Seitdem wurden fast 1500 Werbesendungen im Wert von knapp 190 Mio. Euro zensiert. Im vergangenen Monat setzte China Reality-Shows ein Ende, in denen live im Fernsehen Geschlechtsumwandlungen und Schönheitsoperationen gezeigt wurden.

Ungeachtet der Bemühungen der sittenstrengen kommunistischen Führung des Landes sind Chinas Medien voller gewagter Storys und schlüpfriger Sendungen. Vor dem Volkskongress im Oktober will sich die Kommunistische Partei offenbar als Hüter der gesellschaftlichen Moral profilieren.

(SDA/AP)

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