Angst vor Terror: Bedrohliches E-Mail sorgt für Unterrichts-Abbruch
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Angst vor TerrorBedrohliches E-Mail sorgt für Unterrichts-Abbruch

Ein anonymes E-Mail verängstigte eine Klasse der Höheren Fachschule Gesundheit Zentralschweiz in Luzern. Die Schüler wurden von der Schulleitung nach Hause geschickt.

von
pz
Die Schüler der Höheren Faschschule Gesundheit Zentralschweiz sind für den ganzen Dienstag vom Unterricht dispensiert.

Die Schüler der Höheren Faschschule Gesundheit Zentralschweiz sind für den ganzen Dienstag vom Unterricht dispensiert.

Am Dienstagmorgen um etwa 10 Uhr erhielt eine Schülerin in einem Klassenzimmer der Höheren Fachschule Gesundheit Zentralschweiz (HFGZ) ein E-Mail eines unbekannten Absenders zugesandt, das sie zutiefst beunruhigte: Auf dem einen von zwei enthaltenen Bildern waren laut der Polizei fünf islamische Widerstandskämpfer – sogenannte Mudschaheddin – zu sehen, auf dem anderen ein Mann mit nacktem Oberkörper und Hakenkreuz auf der Brust. Die beiden Bilder seien mit Parolen wie «Wir kommen» und «Wir warten» unterlegt gewesen.

«Eine Schülerin hat ein Massenmail mit zwei unspezifischen Bildern erhalten», erklärt Jörg Meyer, Direktor der HFGZ. Rund 30 weitere Empfänger, die aber nicht mit der HFGZ in Verbindung stehen, hätten das Mail ebenfalls erhalten. Die Nachricht habe aber keine direkte Drohung gegen eine Person oder gegen die Schule enthalten.

Normalerweise lande eine solche Nachricht im Ordner für Junk-E-Mail. «Wir glauben, dass es ein schlechter und geschmackloser Scherz war», sagt der Direktor.

Schüler nach Hause geschickt

Die Schülerin habe sich nach dem Empfang der Nachricht jedoch sehr unwohl gefühlt. Auch die Schulklasse der jungen Frau sah das E-Mail – die Klassenkameraden hätten mit der Studentin mitgefühlt und habe sich solidarisch mit ihr gezeigt. Auch zwei weitere Klassen an der Schule erfuhren rasch von der Nachricht.

Laut Meyer entschied die Schulleitung deshalb, dass eine Weiterführung des Unterrichts keinen Sinn mehr habe. Drei Schulklassen wurden für den Rest des Tages vom Unterricht dispensiert. Die schweren Anschläge in Paris hätten einen Einfluss auf den Entscheid der Schulleitung gehabt: Man sei sensibel mit der Situation umgegangen.

Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei bestätigt, dass das E-Mail keine direkte Drohung gegen die Schülerin oder die Schule beinhaltete. Die betroffene Schülerin habe sich am Dienstag bei der Polizei gemeldet: «Sie hat uns über den Eingang dieser E-Mail informiert», sagt Wigger. Welcher Strafbestand vorliegt, soll nun eine Untersuchung der Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern zeigen.

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