Grosse Studie: Beef Jerky ist das umweltschädlichste Lebensmittel

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Grosse StudieBeef Jerky ist das umweltschädlichste Lebensmittel

Was wir essen hat auch einen Einfluss auf die Umwelt. Wie gut oder schlecht dieser ist, haben Forschende nun anhand von über 57’000 Lebensmitteln untersucht – mit zum Teil überraschendem Ergebnis. 

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Wie muss Ernährung aussehen, die ...

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iStock/Karinaurmantseva
... gut für die Gesundheit und gleichzeitig auch ...

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Unsplash
... gut fürs Klima ist? Dieser Frage ist ein 37-köpfiges Forscherteam aus 16 Ländern, die sogenannte Eat-Lancet-Kommission, nachgegangen.

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Screenshot Nasa

Darum gehts

  • Britische Forschende haben die Umweltauswirkungen von mehr als 57’000 im Supermarkt erhältlichen Produkten eingeschätzt.

  • Am schlechtesten schnitten Dörrfleisch-Produkte ab. 

  • Deutlich besser schnitten Fleischalternativen ab. 

Wer beim Lebensmitteleinkauf der Umwelt etwas Gutes tun will, sollte Fleisch, Fisch und Käse meiden und lieber verstärkt zu Obst, Gemüse und Brot greifen. Das belegt eine britische Studie, in der die Umweltauswirkungen von mehr als 57’000 im Supermarkt erhältlichen Produkten eingeschätzt wurden. Darunter waren viele verarbeitete Lebensmittel.

Wie die Autoren in den «Proceedings» der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften («PNAS») zudem berichten, weisen viele nahrhafte Produkte eine geringe Umweltbelastung auf.

Über 57’000 Lebensmittel bewertet

Um die Umweltfolgen von Supermarkt-Produkten besser abschätzen zu können, hat ein Team unter der Leitung von Forschenden der Universität von Oxford einen Algorithmus entwickelt, mit dem es die Gesamtwirkungen von mehr als 57’000 im Einzelhandel erhältlichen Lebensmitteln und Getränken im Vereinigten Königreich und Irland abschätzte. Die Autoren quantifizierten dabei etwa die Auswirkungen der Lebensmittel auf Treibhausgasemissionen, Landnutzung und Wasserverbrauch.

Daraus ermittelten die Forscher dann einen einzigen zusammengesetzten Umweltauswirkungswert, der von 0 (keine Auswirkungen) bis zu 100 (grösste Auswirkungen) reicht.

Dörrfleisch-Produkte sind tragische Spitzenreiter

Den höchsten Wert erreichten in der Studie Produkte aus getrocknetem Rindfleisch wie Biltong oder Beef Jerky – derartige Dörrfleisch-Produkte finden sich als Snacks auch hierzulande in immer mehr Supermärkten. Fleischersatzprodukte wiesen dagegen nur ein Fünftel bis weniger als ein Zehntel der Umweltauswirkungen ihrer fleischbasierten Äquivalente auf.

In der Regel hatten Produkte aus Fleisch, Fisch und Käse einen eher höheren Wert, während sich viele Desserts und Backwaren im mittleren Bereich und Produkte aus Obst, Gemüse, Zucker und Mehl wie Suppen, Salate, Brot und viele Frühstücksflocken am unteren Ende der Skala befanden.

Dörrfleisch-Produkte wie Beef Jerky schnitten in der Studie am schlechtesten ab. 

Dörrfleisch-Produkte wie Beef Jerky schnitten in der Studie am schlechtesten ab. 

Getty Images/iStockphoto

«Planetary Health Diet»

«Die britischen Ergebnisse decken sich insgesamt mit dem, was wir für die aktuellen Ernährungsgewohnheiten in Deutschland ermittelt haben», kommentiert Rolf Sommer, Leiter des Bereichs Landwirtschaft und Landnutzung beim WWF Deutschland, in einer unabhängigen Einschätzung. Auch für die Schweiz dürfen die Ergebnisse gelten. 

Wie eine sowohl für den Menschen als auch für den Planeten gesunde Ernährung aussehen kann, haben Londoner Forschende bereits im Jahr 2019 im Fachjournal «The Lancet» vorgestellt. Sie gaben dem Programm den vielversprechenden Namen «Planetary Health Diet» (siehe Bildstrecke).  

Hast du schon einmal Beef Jerky gegessen?

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