Openair Frauenfeld: Beenie-Man-Besuch empört Schwule
Aktualisiert

Openair FrauenfeldBeenie-Man-Besuch empört Schwule

Mit der Verpflichtung von Beenie Man sorgt das Openair Frauenfeld für einen Aufschrei unter Homosexuellen. Der Jamaikaner ist bekannt für seine schwulenfeindlichen Texte.

von
Cécile Moser
Beenie Man: Der homophobe Sänger soll in Frauenfeld auftreten.

Beenie Man: Der homophobe Sänger soll in Frauenfeld auftreten.

In einigen seiner Songs ruft der jamaikanische Dancehall-Künstler Beenie Man zum Mord an Homosexuellen auf. Diese Texte sind so brutal, dass 20 Minuten darauf verzichtet, aus diesen zu zitieren. Ausgerechnet dieser Beenie Man soll im Sommer am Openair Frauenfeld auf der Bühne stehen.

Dass ein Festival überhaupt einen solchen Act engagiert, empört Beat A. Stephan, Chefredaktor des Schwulenmagazins «Display»: «Ich finde es eine absolute Frechheit, dass solche Künstler ins liberale Europa kommen dürfen. Für mich ist jeder, der solche Künstler auftreten lässt, ein Mittäter.»

Joachim Bodmer, OK-Mitglied des Openairs Frauenfeld, meint: «Ich kann die Bedenken verstehen, aber wir sind bei unseren Künstlern stets mit kontroversen Vergangenheiten konfrontiert. Wir gehen aber davon aus, dass diese sich an die Regeln halten.» Roland Munz, Geschäftsführer von «Stop Murder Music Zürich», der sich für das Verbot solcher Songtexte einsetzt, reicht das nicht: Er fordert, dass Beenie Man den «Reggae Compassionate Act» unterzeichnet.

Darin verpflichten sich Künstler, auf homophobe Texte zu verzichten: «Ansonsten werden wir dafür sorgen, dass der Auftritt abgesagt wird und Beenie Man keine Einreisebewilligung erhält», so Munz. (Cécile Moser/20 Minuten)

Lords of the Underground

Heute gibt das Openair Frauenfeld weitere Acts bekannt: Den mit Abstand grössten Namen haben die lebenden Rap-Legenden Lords of the Underground. Seit weit über 20 Jahren aktiv, haben sie dafür gesorgt, dass Rap einer breiteren Masse bekannt wurde. Mit Songs wie «Chief Rocka», «Funky Child» oder «Tic Toc» haben sie Hip-Hop-Geschichte geschrieben – da ist es nicht so schlimm, dass sie seit gut fünf Jahren kein neues Album mehr veröffentlicht haben.

Neben den Lords wurden ausserdem noch DJs bekannt gegeben. So werden die Beginner nicht nur live auf der Bühne stehen, sondern auch als Soundsystem für Stimmung sorgen. Ausserdem an den Plattentellern: DJ Craft, DJ Tomekk und DJ Scratch.

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