Aktualisiert 04.04.2009 12:52

Abschied in London

Beerdigung von Jade Goody ohne ihre Kinder

Goodys letzte Reise: Zahlreiche Trauernde haben sich zur Beerdigung des britischen Reality-TV-Stars Jade Goody in einem Londoner Vorort versammelt. Grosse Abwesende an der Trauerfeier waren ihr Mann und ihre Kinder.

Vor den Kameras Dutzender Fotografen wurde der weisse Sarg mit Goodys Leichnam am Samstag durch die Strassen ihres Heimatorts Bermondsey getragen und anschliessend in einen Rolls Royce verladen. Zahlreiche Fans säumten die Strassen, warfen Rosen und applaudierten, wie die britische Nachrichtenagentur PA meldete.

Auch vor der Johannes-Kirche in Buckhurst Hill, wo die Trauerfeier stattfinden sollten, versammelten sich zahlreiche Fans. Am Strassenrand war eine Grossleinwand aufgebaut, auf der die Messe live übertragen werden sollte. Am Gottesdienst nahmen 300 Gäste teil, alle von Jades Familie persönlich eingeladen.

Unter den Wartenden war die siebenfache Mutter Kirsty Brooks, die zusammen mit ihren drei Schwestern siebeneinhalb Stunden unterwegs war, um die Beerdigung zu verfolgen. PA zitierte sie mit den Worten: «Sie war eine echte Frau, die ihre Kinder immer an erste Stelle gesetzt hat.» Brooks' Schwester Stephanie Bryant sagte: «Sie ist auf bewundernswerte Weise mit ihrer Krankheit umgegangen, besser als viele von uns es getan hätten.»

Goody hatte ihre Beerdigung noch selbst geplant. Ihr Sprecher Max Clifford sagte, es werde eine Veranstaltung «sehr nach Jade-Goody-Art» sein. Die öffentliche Anteilnahme hätte Goody gefallen. «Sie wird ein grosses Lächeln im Gesicht haben, wenn sie sieht, was heute passiert», so ihr Sprecher.

Ihre Familie war derweil nicht in England - Goody wollte nicht, dass ihre Söhne an der Beerdigung teilnehmen. Sie weilen mit ihrem Vater in Australien. Und Goodys Mutter verbrachte die letzte Nacht allein am aufgebarten Sarg ihrer Tochter.

Die 27-jährige Mutter zweier Kinder war am 22. März nach langer Leidenszeit an Gebärmutterhalskrebs gestorben. Nachdem sie ihre tödliche Diagnose noch vor den Augen der TV-Zuschauer im «Big Brother» Container erfahren hatte, vermarktete sie nach ihrem Promi- Leben auch ihr Leid und liess Medien gegen Zahlung hoher Beträge an ihrem Sterben teilhaben. Das Geld erben ihre beiden kleinen Kinder.

In die Schlagzeilen geriet Goody vor gut zwei Jahren für ihre rassistischen Sprüche, mit denen sie in der britischen Fersehsendung «Big Brother» die indische Schauspielerin Shilpa Shetty eindeckte. Sie erhielt von den Zuschauern damals die Quittung für ihre primitiven Äusserungen und wurde abgewählt.

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