Aktualisiert 22.04.2018 06:05

Super LeagueBefreiungsschlag für GC dank Last-Minute-Treffer

In einer verrückten Schlussphase entscheiden die Zürcher das Kellerduell gegen Lugano für sich. Thun feiert einen wichtigen Sieg in St. Gallen.

von
san
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Matchwinner: Kenan Kodro schiesst die Tessiner fast im Alleingang ab.

Matchwinner: Kenan Kodro schiesst die Tessiner fast im Alleingang ab.

Keystone/Walter Bieri
Effizient: Beide Teams brauchen in der ersten Hälfte nur eine Chance für ihre Tore.

Effizient: Beide Teams brauchen in der ersten Hälfte nur eine Chance für ihre Tore.

Keystone/Walter Bieri
Blass: Lugano-Stürmer Marc Janko vermag keine Akzente zu setzen.

Blass: Lugano-Stürmer Marc Janko vermag keine Akzente zu setzen.

Keystone/Walter Bieri

Die Grasshoppers führten 1:0 und 3:1 - und schienen nach dem späten Ausgleich von Lugano durch ein Eigentor von Aleksandar Cvetkovic (87.) wieder mit hängenden Köpfen abziehen zu müssen. Doch an diesem warmen Abend passierte, worauf GC seit Wochen wartete: Es geht dabei nicht nur um den Sieg an sich, sondern auch um die Art und Weise. Gegen Lugano hatte der Rekordmeister für einmal das Glück, das ihm in den letzten Wochen oft gefehlt hatte. Nur wenige Sekunden nach dem 3:3 traf Kenan Kodro zum dritten Mal. Der bosnische Stürmer schoss von der Strafraumgrenze, und noch nicht einmal präzise, doch der Ball fand durch die Beine von Luganos Keeper Joël Kiassumbua den Weg ins Tor.

Zwei Goalie-Geschenke

Der 26-jährige Torhüter der Tessiner war im Letzigrund so etwas wie der ungewollte Verbündete der Grasshoppers. Schon beim 3:1 sah er schlecht aus, weil er zur Unzeit herauseilte, von Souleyman Doumbia düpiert wurde und zusehen musste, wie Kodro ins leere Tor traf (61.).

So kam GC letztlich auch mit Hilfe von Kiassumbua zu so vielen Treffern in einem Spiel wie seit dem Derbysieg gegen den FC Zürich vor exakt einem halben Jahr nicht mehr. Für diese vier Tore brauchten die Zürcher nicht einmal besonders gut zu spielen. Sie waren einfach sehr effizient. Abgesehen von den Treffern kamen sie im ganzen Spiel bloss einmal zwingend und gefährlich zum Abschluss.

Lugano zu wenig zielstrebig

Lugano war nicht das schlechtere Team. Die Tessiner waren mit der klaren Absicht nach Zürich gekommen, nicht zu verlieren. Doch anders als beim 1:0-Sieg unter der Wochen in Sitten stand den Tessinern diesmal das Glück nicht zur Seite. Für sie galt: Sie hätten sich mit ihrer zu vorsichtigen Taktik einen Punkt nicht unbedingt verdient.

Dass Lugano durchaus gut nach vorne spielen kann, bewies es, sobald es im Rückstand lag. Vom 0:1 zum 1:1 dauerte es 13 Minuten, das 1:3-Handicap nach der Pause war in weniger als einer halben Stunde abgetragen. Es nützte nichts: Es gab im dritten Spiel unter Trainer Guillermo Abascal die erste Niederlage.

Thun bestätigt Aufwärtstendenz

Die St. Galler Niederlage war nicht unverdient. Nach einer beidseits vorsichtigen ersten Hälfte öffnete sich das Spiel nach der Pause ein wenig. Es gab zwei Pfostenschüsse durch den Thuner Dejan Sorgic und den St. Galler Nassim Ben Khalifa, und St. Gallen war während einer Druckphase Mitte der zweiten Halbzeit bei einem weiteren Distanzschuss gefährlich. Doch gegen Ende wurden die Thuner wieder besser - und spät belohnt. Einen Corner von Matteo Tosetti lenkte Innenverteidiger Roy Gelmi zwei Minuten vor dem Ende ins Tor.

Während St. Gallen trotz der Niederlage auf Europacup-Kurs bleibt, war der Sieg für die Thuner im Kampf gegen den Abstieg ein weiterer Beleg der Aufwärtstendenz. Seit dem 2:7 in Sitten und dem Sturz ans Tabellenende haben die Berner Oberländer in sechs Spielen zwölf Punkte geholt und dabei nur noch drei Gegentore kassiert. Drei Tage nach dem Remis gegen Leader Young Boys trat das Team von Marc Schneider auch in St. Gallen in keiner Phase auf wie ein Absteiger.

Grasshoppers - Lugano 4:3 (1:1)

4100 Zuschauer. - SR Hänni.

Tore: 25. Djuricin 1:0. 38. Carlinhos (Piccinocchi) 1:1. 48. Kodro (Cvetkovic) 2:1. 61. Kodro (Doumbia) 3:1. 69. Carlinhos (Foulpenalty/Foul Doumbia an Crnigoj) 3:2. 87. Cvetkovic (Eigentor) 3:3. 88. Kodro (Andersen) 4:3.

Grasshoppers: Lindner; Lika (46. Cvetkovic), Bergström, Rhyner, Doumbia; Pusic, Sainsbury, Bajrami (74. Taipi); Jeffren (80. Andersen), Djuricin, Kodro.

Lugano: Kiassumbua; Golemic, Sulmoni, Daprelà (58. Crnigoj); Mihajlovic, Piccinocchi, Ledesma (53. Vecsei), Amuzie; Carlinhos, Janko (64. Manicone), Mariani.

Bemerkungen: Grasshoppers ohne Basic und Lavanchy (beide verletzt), Lugano ohne Sabbatini (gesperrt) sowie Bottani und Da Costa (beide verletzt).

Verwarnungen: 37. Pusic (Unsportlichkeit). 68. Doumbia (Foul). 84. Kodro (Unsportlichkeit). 85. Golemic (Foul).

St. Gallen - Thun 0:1 (0:0)

11'047 Zuschauer. - SR Fähndrich.

Tor: 88. Gelmi (Corner Tosetti) 0:1.

St. Gallen: Lopar; Van der Werff, Wiss (61. Gasser), Gönitzer; Sigurjonsson; Aratore, Toko, Kukuruzovic (71. Tschernegg), Wittwer; Ben Khalifa, Buess (79. Itten).

Thun: Faivre; Glarner, Gelmi, Righetti, Facchinetti; Hediger; Da Silva (67. Kablan), Lauper, Karlen, Ferreira (27. Tosetti); Sorgic (83. Hunziker).

Bemerkungen: St. Gallen ohne Hefti und Vanin (beide gesperrt) sowie Ajeti, Barnetta, Koch, Krucker, Lüchinger, Muheim, Musavu-King und Stojanovic (alle verletzt), Thun ohne Spielmann (gesperrt) sowie Bigler, Bürgy, Costanzo und Nikolic (alle verletzt). 53. Pfostenschuss von Sorgic. 68. Faivre lenkt Schuss von Ben Khalifa an den Pfosten.

Verwarnungen: 28. Lauper (Foul). 74. Sigurjonsson (Foul). 78. Glarner (Foul).

(san/sda)

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