Tram Region Bern: Befürworter starten Initiative für neuen Urnengang
Aktualisiert

Tram Region BernBefürworter starten Initiative für neuen Urnengang

Ein Initiativ-Komitee gibt nicht auf und startet eine Unterschriftensammlung, damit über den Tramausbau in Ostermundigen nochmals abgestimmt wird.

von
Sonja Mühlemann
Die Buslinie 10 nach Ostermundigen soll nach dem Willen der Initianten durch ein Tram ersetzt werden.

Die Buslinie 10 nach Ostermundigen soll nach dem Willen der Initianten durch ein Tram ersetzt werden.

Die Ostermundiger verwarfen Ende September den Tram-Ausbau knapp: Rund 53 Prozent sagten Nein zum Tram Region Bern. Dies wollen die Tram-Befürworter nicht so einfach hinnehmen und starten deshalb eine neue Initiative. «Viele Leute haben nicht realisiert, was das Nein für die Gemeinde bedeutet», sagt Initiant Theo Weber. Die Ostermundiger seien sich nicht bewusst gewesen, dass auch die dringende Sanierung der Bernstrasse und der beinahe 80-jährigen Werkleitungen mit dem Tram-Ausbau zusammenhingen. «Das Tram würde zudem die Situation für alle Verkehrsteilnehmer verbessern», doppelt alt-Gemeindepräsident Christian Zahler nach.

400 Unterschriften nötig

Weiter schlägt das überparteiliche Komitee eine neue Variante für die Rüti-Erschliessung vor, damit die Opposition die Angst vor diesem «Schreckgespenst» verliere. Als neue Möglichkeit schwebt dem Komitee ein eingleisiger Kehrtunnel mit einer unterirdischen Haltestelle vor. Die Rüti würde nicht mehr oberirdisch erschlossen, wie es das Projekt Tram Region Bern vorsah. «Wir hoffen nun auf eine breite Varianten-Diskussion», so Theo Weber.

Man betreibe mit der Neu-Aufgleisung des Tramprojekts keine «Zwängerei», wie dies die Tram-Gegner den Initianten vorwerfen. «Schliesslich hat die Stadt Bern Ja zum Tram Region gesagt – dies ist auch ein Volksentscheid, den es zu respektieren gilt», sagt Weber. Bei den Gegnern der «IG Tram Region Bern – so nicht» ist man trotzdem der Meinung, dass ein «Nein ein Nein» sei, sagt IG-Präsident Ruedi Gygax auf Anfrage. «Wenige Wochen nach der Abstimmung eine neue Initiative zu starten ist ein Schnellschuss.» Man stelle sich nicht grundsätzlich gegen das Tram, sondern plädiere für eine abgespeckte Variante. «Besonders die Erschliessung der Rüti ist überrissen – es braucht Alternativen», so Gygax weiter. Er schlage einen Runden Tisch vor, an welchem alle möglichen Ideen diskutiert würden.

Das Initiativ-Komitee will spätestens zu Beginn des neuen Jahres mit dem Unterschriftensammeln beginnen – nötig sind 400 Unterzeichner.

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