Aktualisiert 15.01.2015 17:43

Papst auf den Philippinen

Begeisterung in Weiss

«Santo Papa» in Manila, der Jubel ist grenzenlos. Am Sonntag werden Millionen seine Messe besuchen. Der Albtraum für die Sicherheitskräfte hat längt begonnen. Einige Zahlen und Fakten.

von
gux
1 / 15
Der Papst fuhr bei seinem Besuch auf den Philippinen in einem Papamobil in den Rizal-Park in Manila.

Der Papst fuhr bei seinem Besuch auf den Philippinen in einem Papamobil in den Rizal-Park in Manila.

Keystone/AP/Alessandra Tarantino
Vor Millionen Menschen hielt Franziskus die Messe ab.

Vor Millionen Menschen hielt Franziskus die Messe ab.

Keystone/AP/Alessandra Tarantino
Franziskus' Botschaft handelte von der Hoffnung und dem Trost für die Ärmsten der Philippinen.

Franziskus' Botschaft handelte von der Hoffnung und dem Trost für die Ärmsten der Philippinen.

Keystone/AP/Alessandra Tarantino

Zehntausende Gläubige haben Papst Franziskus am Donnerstag auf den Philippinen begeistert empfangen. Die Menschenmengen riefen seinen Namen, als er vom Flughafen zur Apostolischen Nuntiatur in Manila fuhr, wo er untergebracht ist. In einer Rede erklärte der Papst, seine Reise sei den Armen und Ausgebeuteten sowie den Opfern von Ungerechtigkeit auf den Philippinen gewidmet.

Franziskus sprach zudem die Terroranschläge von Paris an und kritisierte dabei auch die Satirezeitschrift «Charlie Hebdo», die wegen der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen vergangene Woche zum Ziel eines Terrorangriffs mit zwölf Toten geworden war. Der Papst betonte zwar die Wichtigkeit der Meinungsfreiheit, erklärte aber, es gebe Grenzen, wenn die Religion anderer beleidigt und lächerlich gemacht werde.

Der erste Besuch eines Papstes seit 20 Jahren versetzt den mehrheitlich katholischen Inselstaat in Ausnahmezustand.

Hierzu einige Zahlen und Fakten:

- Im ganzen Land läuteten die Kirchenglocken, als der Papst in Manila landete. Die Tage von Franziskus' Besuch bis Montag hat die Regierung zu nationalen Feiertagen ausgerufen.

Die Reise des Papstes stellt die philippinischen Behörden vor riesige Sicherheitsaufgaben. Zur Sonntagsmesse in einem historischen Park in Manila werden bis zu sechs Millionen Menschen erwartet.

- Papst Franziskus' Hang, aus dem Sicherheitskordon auszubrechen und Anhänger zu umarmen und anzusprechen, stellt die Sicherheitsbehörden vor ein echtes Dilemma. Rund 50'000 Polizisten und Soldaten sind im Einsatz, um die Sicherheit des Papstes zu gewährleisten – rund ein Viertel der verfügbaren Sicherheitskräfte.

- An den Barrieren werden Polizisten mit dem Gesicht zur Menge Wache schieben. Sie haben strikte Order, sich nicht von der Stelle zu rühren. Das bedeutet für sie: Die Beamten müssen Windeln tragen, denn austreten dürfen sie nicht.

- Der Papst legte die elf Kilometer lange Strecke vom Landeplatz der päpstlichen Maschine zur Apostolischen Nuntiatur in Manila in seinem Papstmobil zurück. Die Abertausenden Schaulustigen waren zuvor aufgefordert worden, ihre Sachen in durchsichtigen Taschen bei sich zu tragen, damit sie von Inspektoren schneller überprüft werden können.

- Während Franziskus' mehrtägigen Aufenthalts gibt es Einschränkungen im Luft-, Land- und Seeverkehr. Viele internationale und inländische Flüge wurden verlegt, da bei Ankunft und Abflug der päpstlichen Maschine die Flughäfen von Manila und Tacloban stundenlang geschlossen sind. Auch Fischer werden von der nahe gelegenen Manila-Bucht ferngehalten.

- Ein vertraulicher Lagereport der Regierung führt acht überwiegend islamistisch geprägte Extremistengruppen im In- und Ausland als potenzielle Gefahrenquellen auf, darunter die örtliche Gruppe Abu Sayyaf, Al Kaida und die Terrormiliz Islamischer Staat. Diese hätten Drohungen gegen den Papst ausgestossen.

- Dass das keine leeren Drohungen sind, zeigt ein Blick in die Vergangenheit: Eine Woche vor dem Philippinen-Besuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1995 meldeten Behörden die Enthüllung eines Anschlagsplans gegen das Kirchenoberhaupt. Ausgeheckt wurde er von Extremisten um Ramzi Yousef, der als Drahtzieher des Bombenanschlags auf das New Yorker World Trade Center 1993 gilt. Seine Terrorgruppe bewohnte ein Apartment, das nur einen Block von der Apostolischen Nuntiatur in Manila entfernt war. Ermittler hoben das Versteck der Verdächtigen nur wenige Tage vor dem Papstbesuch aus.

- Papst Paul VI. wurde 1970 am Flughafen von Manila leicht verwundet, als ein als Priester verkleideter bolivianischer Maler mit einem Dolch auf ihn losging.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.