Mailand : Beginn des Mega- Prozess gegen die 'Ndrangheta
Aktualisiert

Mailand Beginn des Mega- Prozess gegen die 'Ndrangheta

Letztes Jahr gingen der italienischen Polizei hunderte Mafiosi ins Netz. Jetzt stehen die ersten vor Gericht in Mailand.

Seit Mittwoch stehen 39 mutmassliche Mitglieder der kalabrischen 'Ndrangheta in Mailand vor Gericht. Sie waren im Juli letzten Jahres zusammen mit anderen Mafiosi im Rahmen einer der grössten italienischen Anti-Mafia-Aktionen seit Jahren festgenommen worden.

Die Liste der Anschuldigungen reicht von der Bildung einer kriminellen Vereinigung über Waffen- und Drogenhandel bis hin zu Mord, Erpressung und Wucher. Allein in der Lombardei gingen den Sondereinheiten damals 170 mutmassliche Mafiosi ins Netz, in Kalabrien waren es 120. Insgesamt wurden mehr als 300 Verdächtige gefasst.

Wie italienische Medien berichteten, soll ein zweiter Prozess gegen weitere 119 der damals festgenommenen 'Ndrangheta-Mitglieder am 9. Juni in Mailand beginnen. Unklar war zunächst, ob beide Verfahren zu einem «Megaprozess» zusammengelegt werden.

Die kalabrische 'Ndrangheta ist vor der sizilianischen Cosa Nostra, der apulischen Sacra Corona Unita und der kampanischen Camorra die mächtigste Mafia-Organisation in Italien. Mit ihren Ermittlungen war es den Staatsanwaltschaften in Mailand und Reggio Calabria im vergangenen Jahr erstmals gelungen, zu dokumentieren, wie die 'Ndrangheta verschiedenste Wirtschaftsbereiche infiltriert.

Von ihrem Zentrum in der Provinz Reggio Calabria aus hat die 'Ndrangheta sich über die ganze Welt ausgebreitet - bis nach Australien und Amerika. Besonders im illegalen Drogengeschäft gelten die Clans aus dem italienischen Süden als «Marktführer». Auch in der Bundesrepublik «investiert» die kalabrische 'Ndrangheta nach Meinung von Experten jährlich Milliarden. (sda)

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