Begleitete Selbstmorde in Zürich sprunghaft angestiegen
Aktualisiert

Begleitete Selbstmorde in Zürich sprunghaft angestiegen

Von 2000 bis 2005 registrierte die Polizei insgesamt 851 solche Fälle, davon 560 in der Stadt Zürich.

Im Kanton Zürich ist die Zahl von begleiteten Selbstmorden in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen. Von 2000 bis 2005 registrierte die Polizei insgesamt 851 solche Fälle, davon 560 in der Stadt Zürich, wie die Kantonsregierung in einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage aus dem Kantonsrat schreibt.

In den Jahren 1995 bis 1999, für die nur Zahlen für die Stadt Zürich vorliegen, waren es 88 Fälle. Von 1990 bis 1994 wurden 38 begleitete Selbstmorde von den Behörden erfasst. Das Institut für Rechtsmedizin untersuchte in den vergangenen zehn Jahren 565 Leichen, davon 34 mittels Obduktion. Alle Obduktionen ergaben, dass die Personen an Gift starben und zudem an einer bösartigen Erkrankung litten. Hinweise, dass jemand nicht durch Selbstmord gestorben sei, seien nicht gefunden worden. Insgesamt seien höchstens zehn Strafuntersuchungen durchgeführt worden.

Die Zürcher Behörden sind bei der Untersuchung von begleiteten Selbstmorden verpflichtet, Dritteinwirkung als Todesursache mit grösstmöglicher Sicherheit auszuschliessen und führen deshalb in jedem Fall eine Untersuchung durch. Bis zum Vorliegen einer eidgenössischen oder kantonalen Suizidgesetzgebung werde an diesem Vorgehen festgehalten. Angesichts der Missbrauchsgefahr wäre es nicht zu verantworten, einem einzelnen Polizeibeamten den Entscheid über die Einleitung eines Verfahrens zu überlassen, schreibt der Regierungsrat. (dapd)

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