Sport-Skandal: Behinderte Fussballer-Kinder wegen Doping?
Aktualisiert

Sport-SkandalBehinderte Fussballer-Kinder wegen Doping?

Schlimmer Verdacht in Algerien: Weil die Fussballer der WM-Teams 1982 und 1986 gedopt waren, sind heute mindestens acht von ihnen Väter behinderter Kinder. Betroffene fordern eine Untersuchung.

von
mon
Deutschland verliert gegen Algerien bei der WM 1982 -  Medienberichten zufolge könnte die peinliche 1:2-Vorrundenniederlage gegen den Aussenseiter aus Afrika auf Doping zurückzuführen sein. Das Archivbild zeigt Paul Breitner (l.) im Zweikampf mit dem Algerier Mustapha Dahleb.

Deutschland verliert gegen Algerien bei der WM 1982 - Medienberichten zufolge könnte die peinliche 1:2-Vorrundenniederlage gegen den Aussenseiter aus Afrika auf Doping zurückzuführen sein. Das Archivbild zeigt Paul Breitner (l.) im Zweikampf mit dem Algerier Mustapha Dahleb.

Ein schlimmes Dopinggerücht macht in Nordafrika die Runde: Gemäss Medienberichten sollen die Spieler der algerischen WM-Mannschaften 1982 und 1986 gedopt gewesen sein. Mindestens acht Akteure sollen aufgrund des massiven Medikamentenmissbrauchs behinderte Kinder gezeugt haben.

Einer dieser Spieler, Mohamed Chaib, machte die Vermutung öffentlich und fordert nun eine Untersuchung. Chaib ist Vater von drei behinderten Töchtern. Gegenüber der französischen Tageszeitung «Le Monde» gab er an: «Seitdem ich entdeckt habe, dass ich nicht der einzige bin, habe ich angefangen mir Fragen zu stellen.» Es könne «kein Zufall» sein, dass acht algerische WM-Teilnehmer von 1982 und 1986 behinderte Kinder hätten. «Wir haben ernste Zweifel an den Auswirkungen der Medikamente, die wir im Trainingslager eingenommen haben», so Chaib weiter. «Wir wollen einfach nur die Wahrheit.»

Verwirrung um russisches Ärzteteam

Chaibs damaliger Teamkollege Mohamed Kaci Said, Vater einer 26-jährigen behinderten Tochter, sagte gegenüber dem französischen Blatt: «Ich sage ja nicht, dass wir Versuchskaninchen in Labors von russischen Medizinern waren und dass wir ohne unser Wissen Dopingmittel eingenommen haben. Aber die Zweifel werden weiter bestehen, solange kein Untersuchungsverfahren eingeleitet wird, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.» Kaci Said bezieht sich dabei auf die Aussagen anderer Spieler, Russen im damaligen Betreuungs- und Trainerstab der algerischen Mannschaft hätten dem Team verbotene Substanzen verabreicht.

Einer, der die Vorwürfe komplett zurückweist, ist der damalige Teamcaptain Ali Fergani. Es seien gar keine Russen im medizinischen Staff der Mannschaft gewesen, sagt er. «Alle Ärzte waren Algerier, und wir haben keine Medikamente eingenommen, ausser Vitamin C.» Ausserdem sei für ihn «die Zahl der Spieler, die Eltern behinderter Kinder sind, winzig, verglichen mit der Gesamtzahl der Nationalspieler» in dem betroffenen Zeitraum. (mon/si)

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