Silvester am Bellevue: Behinderten überfallen - drei Täter gesucht
Aktualisiert

Silvester am BellevueBehinderten überfallen - drei Täter gesucht

Ein behinderter Mann wurde in der Silvesternacht brutal attackiert. Erst jetzt konnte das schwer verletzte Opfer erzählen, was genau passiert war.

von
Raffaela Moresi

Blutflecken auf dem Boden zeugten auch gestern noch davon, welch schreckliche Szenen sich in der Silvesternacht unter der Quaibrücke beim Bellevue abgespielt hatten: Ein 44-jähriger Behinderter war so übel zugerichtet worden, dass er erst am Samstag von der Polizei befragt werden konnte.

Weil der Mann wegen der vielen Passanten nicht mehr durchkam, setzte er sich neben seinen Rollstuhl-Scooter auf die Mauer. Gegen 3 Uhr morgens tauchten drei 16- bis 25-jährige Unbekannte auf. Während der Jüngste dreist auf den Rollstuhl hockte, erklärte sein Begleiter in gebrochenem Deutsch, das Gefährt gehöre nun seinem kleinen Bruder. Als der Behinderte protestierte, schlugen die Jungen den wehr­losen Mann nieder und flüchteten mit seinem Portemonnaie. Das Opfer erlitt schwere Kopfverletzungen. Bei den Tätern dürfte es sich nach Angaben des Überfallenen um Männer aus dem Balkangebiet, eventuell aus der Türkei, handeln.

Dass ausgerechnet ein Behinderter derart brutal attackiert wird, ist laut Stapo selten. «Ein Armutszeugnis», findet Sprecher René Ruf. «Bei dieser Tat wurde ein ­Tabu gebrochen», sagt auch Psychologin Monika Egli-Alge. Generalisieren lasse sich der Fall aber nicht. «Die Gruppendynamik spielte sicher ­eine Rolle.»

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