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Leben war die «Hölle»Behinderter hungert sich zu Tode - alle schauen zu

Mit ausdrücklicher Billigung der Justiz hat sich ein gelähmter Mann in Australien zu Tode gehungert. Der 49-jährige Christian Rossiter sei in seinem Pflegeheim in Perth gestorben, teilte sein Bruder in einer offiziellen Erklärung mit.

«Ich danke allen, die Christians Leben in seinen letzten Jahren so angenehm und würdevoll wie möglich gemacht haben», sagte der Bruder. Rossiter hatte im August vor dem Obersten Gericht des Bundesstaats Western Australia das Recht zum Sterben erkämpft. Der Richter urteilte, dass sich die Pfleger keines Gesetzbruches schuldig machen, wenn sie die künstliche Ernährung des 49-Jährigen auf seinen Wunsch hin beenden.

Das Urteil ist für Australien ein Präzedenzfall. «Ich glaube, Christian wird als jemand in Erinnerung bleiben, der sehr mutig war und einen Kampf wagte, der vielen Menschen helfen wird», erklärte der Anwalt des 49-Jährigen, John Hammond, am Montag.

Der ehemalige Börsenmakler hatte sich bei einem Autounfall im Jahr 2004 die Wirbelsäule gebrochen und war seit einem Sturz im vergangenen Jahr spastisch gelähmt. Er konnte sich weder die Nase putzen noch die Tränen aus den Augen wischen, sein Leben beschrieb er selbst als «lebende Hölle». Mindestens 40 Mal wurde er gegen seinen Willen mit einer Magensonde ernährt, ehe sein Fall vor Gericht ging. «Der Tod war für ihn vermutlich eine Erlösung», sagte John Hammond, der Anwalt des 49-Jährigen.

Rechtsanwalt Hammond betonte, Rossiter habe seine Pfleger mindestens 40 Mal gebeten, seine künstliche Ernährung mit einer Magensonde einzustellen, bevor das Gericht in seinem Sinne entschieden habe. (sda/dapd)

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