Invasive Neophyten: Behörde bekämpft Pflanze – Läden bieten sie an
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Invasive NeophytenBehörde bekämpft Pflanze – Läden bieten sie an

Mit einer Aktion wurde in Thalwil gegen Problempflanzen vorgegangen. Gleichzeitig werden sie in Läden zum Aktionspreis angeboten.

von
tam
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Der Kirschlorbeer gibt es bei Detailhändlern, obwohl er als invasive Problempflanze gilt.

Der Kirschlorbeer gibt es bei Detailhändlern, obwohl er als invasive Problempflanze gilt.

Laut einem Flyer des Kantons Zürich ist Kirschlorbeer auch giftig.

Laut einem Flyer des Kantons Zürich ist Kirschlorbeer auch giftig.

Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft
Auch die Goldrute ist ein invasiver Neophyt. In verschiedenen Gemeinden gibt es Aktionen, bei denen diese Pflanzen ausgerissen und anschliessend vernichtet werden.

Auch die Goldrute ist ein invasiver Neophyt. In verschiedenen Gemeinden gibt es Aktionen, bei denen diese Pflanzen ausgerissen und anschliessend vernichtet werden.

Grün Stadt Zürich

Die Gemeinde Thalwil hat in den vergangenen Wochen eine Aktion gegen Neophyten durchgeführt – Problempflanzen, die die einheimische Artenvielfalt bedrängen. Private wurden aufgefordert, diese invasiven Pflanzenarten in ihrem Garten auszureissen. Für jede entfernte Pflanze spendierte die Gemeinde einen einheimischen Strauch. Die Gemeinde will damit die Biodiversität in den Gärten fördern.

Insgesamt wurden 140 Neophyten ersetzt. Aus Kirschlorbeer, Goldruten, Sommerflieder und Essigbaum wurde so Holunder, Weissdorn, Schneeball oder Pfaffenhütchen. «Wir haben viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalten», sagt Dardan Ajeti, der bei der Gemeinde Thalwil für die Aktion zuständig ist. Man engagiere sich nun seit mehr als zehn Jahren aktiv im Kampf gegen die Neophyten.

Naturschützer kritisieren Verkauf in Läden

«Deshalb ist es ärgerlich, dass bei Grossverteilern in Thalwil während der Aktion Kirschlorbeer verkauft wurde – teilweise sogar zum Aktionspreis», sagt Ajeti. Der Verkauf sei nicht verboten, doch man sei konsterniert über dieses Vorgehen. Bei welchem Detailhändler die Aktion stattfand, ist nicht klar. Mit Obi, Aldi, Hornbach, Coop Bau+Hobby und diversen Online-Gartenshops haben gleich mehrere Läden die Pflanze im Sortiment.

Der Kanton Zürich empfiehlt in einem Flyer: «Verzichten Sie der Natur zuliebe auf gebietsfremde Problempflanzen, es gibt genügend einheimische Alternativen, die attraktiv sind.» Der Kirschlorbeer verdränge nicht nur die einheimische Vegetation, sondern sei auch giftig.

Naturschützer kritisieren den Verkauf in den Läden: Kirschlorbeer wird vor allem in Gärten gepflanzt. Problematisch sei, dass die Vögel die Samen in die Natur hinaustragen. «Dort verbreitet sich der Kirschlorbeer invasiv und verdrängt einheimisches Gehölz, unter anderem weil er immergrüne Blätter hat», sagt Thomas Honegger, Geschäftsführer des Naturschutzvereins Konkret. Damit die Pflanze gar nicht zu blühen beginnt, ist ein regelmässiger Zuschnitt zwingend erforderlich.

Gartenbesitzer schätzen die Vorteile des Kirschlorbeers

Als Naturschützer wünsche er sich, dass einheimische Pflanzen bevorzugt würden. «Bei Ausreissaktionen frage ich mich jeweils, warum der Kirschlorbeer noch angepflanzt wird, wenn wir ihn später im Wald wieder ausreisen müssen.» Doch viele Gartenbesitzer schätzen die Vorteile der Pflanze.

Das bestätigt man auch bei Coop – der einzigen Medienstelle, die am Montagnachmittag erreichbar war: «Kirschlorbeer ist bei unseren Kunden beliebt, weil er immergrün und sehr blickdicht ist», sagt Sprecherin Andrea Bergmann. Zudem sei die Pflanze in der Schweiz zugelassen. Man informiere die Kunden mit einem entsprechenden Hinweis auf dem Etikett sowie mit Tipps, wie man die unkontrollierte Ausbreitung vermeiden kann. Zudem habe man verschiedene Alternativen mit ähnlichen Vorteilen im Angebot.

Grossverteiler reagieren

Wie der «Kassensturz» am Dienstagabend auf SRF 1 berichten wird, überdenken andere Grossverteiler ihre Strategie mit dem Kirschlorbeer. So will die Migros künftig komplett auf Werbung verzichten – Aldi, Obi und Jumbo wollen ab sofort in der Werbung auf die Gefahr von Neophyten hinweisen.

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