Nach Flugpannen: Behörde warnt Swiss vor brennenden Triebwerken
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Nach FlugpannenBehörde warnt Swiss vor brennenden Triebwerken

Teile verloren, Feuer gefangen: Die A220 der Swiss hatte jüngst mehrere Pannen. Nun warnt die US-Luftfahrtbehörde, die Triebwerke der Maschine könnten leicht in Flammen aufgehen.

von
juu
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Ein Flieger der Swiss, der von Genf auf dem Weg nach London war ...

Ein Flieger der Swiss, der von Genf auf dem Weg nach London war ...

Leser-Reporter
... musste am Montagabend (16.9.2019) nach dem Start umkehren.

... musste am Montagabend (16.9.2019) nach dem Start umkehren.

Screenshot Flight Radar 24
Laut Pressesprecherin Karin Müller war der Grund eine Unregelmässigkeit am Triebwerk.

Laut Pressesprecherin Karin Müller war der Grund eine Unregelmässigkeit am Triebwerk.

Screenshot Flight Radar 24

Am Montag musste ein Swiss-Flug nach London wegen eines Triebwerkproblems kurz nach dem Start nach Genf zurückkehren. Laut einem Leser-Reporter gab es einen lauten Knall und aus einem Triebwerk sprühten Funken. Bei der Maschine handelte es sich um einen A220-300.

Schon Ende Juli sorgte ein defektes Triebwerk, das brannte, für Probleme mit diesem Flugzeugtyp. Damals verlor eine Swiss-Maschine in der Luft Teile und musste in Paris ausserplanmässig landen (20 Minuten berichtete).

Solche Defekte beim Airbus 220 sind offenbar keine Seltenheit, wie jetzt ein Bericht der US-Luftfahrtbehörde (FAA) zeigt. Schuld sollen die Triebwerke des US-Herstellers Pratt & Whitney (PW) sein. Die FAA schlägt nun vor, dass mehrere Modelle – darunter auch der A220 – im Detail auf ihre Lufttüchtigkeit überprüft werden.

Defekt kann zu Motorbrand führen

Die FAA sieht Handlungsbedarf wegen zweier anderer Vorfälle, die sich laut Aviation Herald bei der Swiss ereigneten: Im September und Oktober 2018 kam es zu je einem Zwischenfall, bei dem sich ein Triebwerk während des Swiss-Fluges abschaltete. Gemäss der FAA kann sich in den an Triebwerken zwischen Ölrohr und -kühler einen Spalt bilden. So könnten Öl-Lecks entstehen, die zu Motorenbränden führen können.

Die FAA fordert, dass Betreiber die entsprechenden Flugzeugtypen spätestens ab 300 Motorzyklen auf diesen Fehler prüfen. Wird ein Spalt festgestellt, sollen die betroffenen Teile vor dem nächsten Flug ausgetauscht werden, so die FAA. Wie «Aerotelegraph» berichtet, soll der Triebwerkproduzent Pratt & Whitney die Fluggesellschaften schon früher auf diese Schwachstelle aufmerksam gemacht haben.

Swiss bestätigt Öl-Leck

Die Swiss sagt, es sei nur beim Flug im Oktober 2018 zu einem Ölverlust gekommen. Seither habe es nachweislich keine weiteren Zwischenfälle wegen Öl-Lecks gegeben. «Sämtliche Flugzeuge unserer Flotte entsprechen den strengen Vorgaben von Herstellern und Behörden, und wir halten alle Vorschriften jederzeit ein. Die ganze Flotte wurde daraufhin im Rahmen der regulären Checks überprüft», sagt Karin Müller, Mediensprecherin der Swiss.

Ob die gleichen Defekte zu den Pannen bei den Swiss-Flügen vom Montag nach London und jenem im Juli mit der ausserplanmässigen Landung in Paris geführt hätten, wisse man noch nicht. In beiden Fällen sei eine Untersuchung eingeleitet worden. «Aufgrund der noch unvollständigen Informationslage ist keine Präzisierung möglich. Swiss hat den gestrigen Vorfall unverzüglich der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle gemeldet», so Müller. Klar ist: Auf beiden Flügen gab es eine Störung am Triebwerk.

Zur Forderung der FAA sagt die Swiss, sie begrüsse sämtliche Massnahmen, die den Sicherheitsstandard zusätzlich erhöhten. Zudem stehe man mit der FAA sowie auch den Triebwerksherstellern in engem Austausch.

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