Aktualisiert 10.03.2005 20:41

Behörden bekämpfen Toiletten-Vandalismus

Vandalen, Drögeler, Gruppensex: Die Berner Städte kämpfen mit allen Mitteln gegen die Verluderung öffentlicher WCs. Doch oft bleibt nur die Schliessung.

In Thun mussten die Behörden das Handtuch werfen: Massnahmen wie blaues Licht oder Münzautomaten nützten nichts – jetzt ist das Rathaus-WC zu. «Wir hatten es nicht mehr im Griff», sagt Gemeinderat Beat Straubhaar. «Wir wollen schliesslich saubere, bewachte Toiletten anbieten.» Nun werden Lösungen mit privaten Anbietern wie beispielsweise McClean geprüft.

Auch Bern schliesst auf Ende März mehrere öffentliche WCs. «Dafür sind neue im Bau», sagt Jürg Jampen von den Stadtbauten. Bewachte, kostenpflichtige WCs werden im Sommer am Waisenhaus- und am Casinoplatz eröffnet. Beim Bahnhof, in der Nähe der neuen Welle, sucht man noch einen Standort. Daneben setzt man auf Unisex-WCs. Diese sind gratis und unbewacht, wegen ihrer Bauart aber praktisch resistent gegen Vandalismus. Und weil sie so eng sind, können sie auch nicht «von Randgruppen missbraucht werden», wie Jampen sagt: «Mehr als zwei Leute passen gar nicht rein.»

Gegen WC-Gruppensex geht auch Biel vor: Dort wird gerade das zweite Hightech-WC aufgestellt. Dank einer Waage merkt das WC, wenn mehr als eine Person drin ist: Die Tür schliesst nicht, und es erklingt ein Hornsignal.

Philipp Probst

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