Wegen Seuchengefahr – Behörden lassen 500 Hennen töten und zu Tiermehl verarbeiten
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Wegen Seuchengefahr Behörden lassen 500 Hennen töten und zu Tiermehl verarbeiten

Die rund 500 Hennen eines Geflügelbetriebs in Niederglatt sind tot. Die Behörden mussten die Tiere wegen Seuchengefahr keulen.

von
Shila Ochsner
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Um eine Verbreitung der Tierseuche zu verhindern, wurden die Hennen am Montag getötet. 

Um eine Verbreitung der Tierseuche zu verhindern, wurden die Hennen am Montag getötet.

20min/News-Scout
«Die Tiere wurden wie bei einer Schlachtung mit einem CO2-Gemisch getötet und anschliessend in einem hermetisch verschlossenen Container weggebracht», sagt Kantonstierärztin Regula Vogel. 

«Die Tiere wurden wie bei einer Schlachtung mit einem CO2-Gemisch getötet und anschliessend in einem hermetisch verschlossenen Container weggebracht», sagt Kantonstierärztin Regula Vogel.

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Für die logistische Unterstützung wurde die Feuerwehr aufgeboten, auch Mitarbeitende des Veterinäramtes waren vor Ort.

Für die logistische Unterstützung wurde die Feuerwehr aufgeboten, auch Mitarbeitende des Veterinäramtes waren vor Ort.

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Darum gehts

Nachdem in Niederglatt ZH in einer Geflügelhaltung mehrere Tiere positiv auf die hochansteckende Newcastle-Krankheit getestet wurden, mussten die Behörden die rund 500 Hennen am Montagnachmittag keulen. «Die Tiere wurden wie bei einer Schlachtung mit einem CO2-Gemisch getötet und anschliessend in einem hermetisch verschlossenen Container weggebracht», sagt Regula Vogel, Kantonstierärztin und Leiterin des Veterinäramtes in Zürich.

Anschliessend seien die kontaminierten Tierkörper in der Tiermehlfabrik in Bazenheid SG unter grosser Sorgfalt zu Tiermehl und Tierfett verarbeitet worden. «Die Verarbeitung geschieht unter speziellem Druck von drei Bar und bei einer Temperatur von 133 Grad, um die Viren abzutöten und so eine Weiterverbreitung zu verhindern.» Die Ställe, wo die Tiere lebten, werden laut Vogel nun geleert, gereinigt und desinfiziert, um keine Neuansteckungen zu riskieren.

Für Menschen, welche auch unmittelbar benachbart seien, bestehe aber kein Risiko. Zutritt zu den Ställen haben trotzdem nur die Veterinärbehörden und Personen, die die Tiere versorgten. Woher das Virus stammt, ist laut Vogel bislang unklar: «Es gibt viele Faktoren für eine Übertragung. Eine Möglichkeit können Wildvögel sein, die Kontakt zu den Hennen im Aussengehege hatten.»

Schutz- und Überwachungszone eingerichtet

Am Samstag teilte die Gesundheitsdirektion mit, dass in einer Geflügelhaltung in Niederglatt die Newcastle-Krankheit diagnostiziert wurde. Der Betrieb wurde umgehend gesperrt und die Sanierung eingeleitet. Das Veterinäramt Zürich richtete zudem eine Schutzzone von drei Kilometern und eine Überwachungszone von zehn Kilometern rund um den Bestand ein. Für Geflügelhaltungen in diesen Zonen gelten nun besondere Vorschriften. Die Zonen bleiben für mindestens 21 Tage bestehen.

Bei der Newcastle-Krankheit handelt es sich um eine sogenannte Zoonose. Das heisst, die Krankheit ist auch auf den Menschen übertragbar. Davon betroffen sind in seltenen Fällen Personen, die engen Kontakt zu den Tieren hatten. Beim Menschen kann das Virus eine Bindehautentzündung hervorrufen.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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