Oberhofen TG: Behörden lassen ausgesetzte Hühner töten
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Oberhofen TGBehörden lassen ausgesetzte Hühner töten

In einem Thurgauer Wald sind rund ein Dutzend ausgesetzte Hühner gefunden worden. Das Veterinäramt liess die Tiere töten.

von
eli
Weit sind sie nicht gekommen: Die Hühner im Wald in Oberwil wurden noch am Dienstag getötet.

Weit sind sie nicht gekommen: Die Hühner im Wald in Oberwil wurden noch am Dienstag getötet.

Kapo TG

Ein Spaziergänger hatte die Hühner am Dienstagvormittag in einem Wald in Oberhofen bei Lengwil entdeckt und die kantonale Notrufzentrale verständigt. «Durch eine Patrouille der Thurgauer Kantonspolizei und Funktionäre des Veterinäramtes konnten sechs Tiere eingefangen werden», sagt Polizeisprecher Matthias Graf.

Vom Tierarzt eingeschläfert

Laut Graf handelte es sich um ausgewachsene Legehennen. Woher die Tiere stammen, ist unklar. Aufgrund der unbekannten Herkunft sowie des unbekannten Gesundheitszustandes der Hühner habe das Thurgauer Veterinäramt die Tötung der Tiere angeordnet, so Graf. Bereits am Nachmittag waren die Hennen tot.

«Bei nicht rückverfolgbaren Tieren können Seuchen nie ausgeschlossen werden. Die Tötung ist in solchen Fällen eine Vorsichtsmassnahme, um keine Risiken für andere Tierhaltungen einzugehen», begründet Kantonstierarzt Paul Witzig auf Anfrage von 20 Minuten das Vorgehen. Die Tiere seien vor Ort durch einen Tierarzt euthanasiert, sprich eingeschläfert, worden.

150 Hühner aus dem Keller in den Wald

Der Vorfall erinnert an einen Fall vom vergangenen Herbst, als ein damals 23-Jähriger aus Weinfelden in einem Wald bei Happerswil TG rund 150 Hühner ausgesetzt hatte. Der Mann hatte die Tiere zuvor im Keller eines Einfamilienhauses gehalten.

Nach dem Auffinden waren die Hühner damals zunächst unter Quarantäne gestellt und später auf Anordnung des Veterinäramtes getötet worden. Das Vorgehen hatte damals zu massiven Protesten von Tierschützern geführt.

Hühner als Wegwerfobjekte

Laut Heidy Kessler vom Tierschutz Linth ist das Aussetzen von Hühnern ein neues Phänomen. «Bis jetzt haben wir uns vor allem um Katzen und Nutztiere gekümmert», sagt sie. Das Problem sei, dass die Menschen die Tiere als Wegwerf-Objekte ansehen, wenn sie keine Eier mehr legen. «Dann setzt man sie einfach aus», so Sabrina Duft, die ebenfalls für den Tierschutz Linth arbeitet.

Bea Baumann von der Tierhilfe Schweiz weist zudem darauf hin, dass das Aussetzen von Tieren strafbar ist. Es gebe deutlich bessere Möglichkeiten, die Tiere abzugeben, wenn man sie nicht mehr halten kann.

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