China: Behörden schliessen «Höhlenschule»
Aktualisiert

ChinaBehörden schliessen «Höhlenschule»

Die chinesische Zensur macht auch vor Schulen nicht Halt: Die Behörden haben eine Primarschule in einer Höhle geschlossen, weil «Chinesen keine Höhlenmenschen» seien.

«Höhlenschule» in Getu: Dank Eidechsen und Fledermäusen keine Biologiebücher nötig. (Foto: Dukas)

«Höhlenschule» in Getu: Dank Eidechsen und Fledermäusen keine Biologiebücher nötig. (Foto: Dukas)

Als es die lokalen Behörden ablehnten, im abgelegenen Bergdörfchen Getu in der südchinesischen Provinz Guizhou eine Schule zu bauen, wussten sich die Bewohner selbst zu helfen: Sie verlegten die Schule in eine Höhle. Mehrere Klassenzimmer finden darin Platz sowie auch ein ganzer Spielplatz. Als die Bilder der «Höhlenschule» publik wurden, machten die Behörden kurzen Prozess. Die Schule wurde sofort geschlossen, da sie China laut empörten Politikern als «Höhlenmenschen-Nation» aussehen lasse. Inzwischen wurde in der Berggemeinde eine «richtige» Schule für 186 Schüler gebaut.

Der ehemalige Schuldirektor Xi Lin Chun ist allerdings alles andere als glücklich: «Es ist eine Schande. Im alten Schulgebäude mussten wir uns nie Sorgen um das Wetter machen. Es war immer trocken.» Ausserdem sei die Akustik fantastisch gewesen: «Wir hatten den besten Chor.» Für den Geografie-Unterricht seien genügend Steine herumgelegen. Und: «Dank den Eidechsen und Fledermäusen brauchten wir auch keine Biologie­bücher.»

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