Harassenlauf: Behörden schnappen sich Anstifter
Aktualisiert

HarassenlaufBehörden schnappen sich Anstifter

Nachdem der Urheber der Facebook-Seite «Nein zum Bierlaufverbot» von der Polizei vorgeladen wurde, postuliert eine neue Gruppe «Jetzt erst recht!»

von
Lukas Hausendorf
Teilnehmer des letztjährigen Harassenlaufs im strömenden Regen. Foto: keystone

Teilnehmer des letztjährigen Harassenlaufs im strömenden Regen. Foto: keystone

ergangenes Jahr liess sich der Harassenlauf trotz 420 Polizisten, Alkoholverbotszone und Armeehelikopter nicht verhindern. Jetzt versucht die Polizei, Exponenten der Szene bereits im Vorfeld die Lust am Massenbesäufnis zu verderben. So wurde der Urheber der Facebook-Gruppe «Nein zum Bierlaufverbot», Oliver Wyss, letzte Woche von der Polizei vorgeladen. Dort wurde ihm gesagt, er könne für allfällige Schäden durch den Harassenlauf haftbar gemacht werden. Diese Einschüchterung will sich der Reinacher nicht einfach gefallen lassen. «Ich habe Justizdirektorin Sabine Pegoraro einen eingeschriebenen Brief geschrieben und erwarte eine Erklärung», sagt er.

Wyss' Kollege Daniel Studer empört sich: «Das sprengt alle Dämme.» Vom Muskelspiel der Polizei unbeeindruckt, hat er zum Trotz die Gruppe «Harassenlauf – Jetzt erst recht!» aus der Taufe gehoben. «Ich rufe niemanden dazu auf, am 1. Mai dorthin zu gehen», betont der 23-Jährige. «Ich werde aber aus Prinzip und aus Protest dort sein», sagt er. Gemäss seiner Facebook-Gruppe werden am 1. Mai über 200 Gleichgesinnte an der Bierkisten-Demo in Reinach auflaufen. Die Ausgangslage bleibt dieselbe wie 2010. Die Gemeinden Reinach und Münchenstein erlassen demnächst wieder eine Alkoholverbotszone, wie gestern von der Sicherheitsdirektion zu erfahren war.

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