Behörden verschleppen Prozess gegen Zürcher Polizei
Aktualisiert

Behörden verschleppen Prozess gegen Zürcher Polizei

Die Anwältin der FCB-Fans, die gegen die Zürcher Stadtpolizei Klagen eingereicht haben, kritisiert, dass die Strafuntersuchung durch die Behörden verzögert werde.

Fast sechs Monate nach den Festnahmen sei noch kein Polizist befragt worden.

Offensichtlich war bisher unklar, wie Polizeibeamte vom Amtsgeheimnis entbunden werden können. Gemäss dem am Dienstagabend veröffentlichten Rundschreiben der Anwältin an ihre Klienten wollte der zuständige Staatsanwalt alle Angehörigen der Stadtpolizei und des Polizeidepartements Zürich vom Amtsgeheimnis entbinden lassen.

Mit einer globalen Entbindung hätte vor allem erreicht werden sollen, dass alle Akten im Zusammenhang mit der Verhaftungsaktion vom 5. Dezember 2004 in Zürich-Altstetten herausgegeben werden.

Forderung von Staatsanwalt abgelehnt

Die Begehren des Staatsanwalts lehnte aber der Statthalter des Bezirks Zürich ab. Jeder Beamte müsse bei seinem direkten Vorgesetzten um eine Entbindung vom Amtsgeheimnis nachsuchen. Und für die Herausgabe von Akten sei der Zürcher Stadtrat zuständig.

Die Anwältin der FCB-Fans hat bei den zuständigen Stellen interveniert und auf eine Beschleunigung der Strafuntersuchung gedrängt. In ihrem Schreiben äusserte sie die Befürchtung, dass es eher unwahrscheinlich sei, dass einer der an der Verhaftungsaktion beteiligten Polizeibeamten zur Rechenschaft gezogen werde.

Einsprache beim Zürcher Stadtrat

Noch offen ist auch, was mit den Daten der festgenommenen Fans des FC Basel passiert. Die Kläger verlangen, dass alle Daten gelöscht werden, was aber vom Kommando der Stadtpolizei Zürich abgelehnt wurde. Jetzt ist eine Einsprache beim Stadtrat hängig.

Die Rechtsvertreterin der FCB-Fans vertritt die Interessen von insgesamt 214 Personen. Diese klagen gegen die Zürcher Stadtpolizei, die im vergangenen Dezember vor einem Fussballspiel mehr als 400 vor allem jugendliche Fans festgenommen hatte.

(sda)

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