Vaduz (FL): Behörden warnen wegen Ankunft von Zugvögeln vor Vogelgrippe
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Vaduz (FL)Behörden warnen wegen Ankunft von Zugvögeln vor Vogelgrippe

Das zuständige Liechtensteiner Amt ruft Geflügelhalter zur Wachsamkeit auf. In Nordeuropa sind die Fälle an Vogelgrippe bei Wasservögeln gestiegen. Solche Wasservögel kommen nun für die Überwinterung in die Schweiz.

von
Adriel Monostori
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Im Fürstentum Liechtenstein warnt man Geflügelhalter vor einer Verbreitung der Vogelgrippe durch die Ankunft von Wasservögeln.

Im Fürstentum Liechtenstein warnt man Geflügelhalter vor einer Verbreitung der Vogelgrippe durch die Ankunft von Wasservögeln.

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In Nordeuropa sind derzeit Fälle von Vogelgrippe bei Wasservögeln bekannt.

In Nordeuropa sind derzeit Fälle von Vogelgrippe bei Wasservögeln bekannt.

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Da diese zum Überwintern bald an Schweizer Seen eintreffen, rufen die Behörden zur Wachsamkeit auf.

Da diese zum Überwintern bald an Schweizer Seen eintreffen, rufen die Behörden zur Wachsamkeit auf.

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Darum gehts

  • Liechtenstein ruft Geflügelhalter zur Wachsamkeit auf.

  • In Nordeuropa steigt die Anzahl an Vogelgrippefällen bei Wasservögeln.

  • Wildlebende Wasservögel treffen derzeit an Schweizer Seen ein.

  • Personen werden gebeten, keine Vogelkadaver zu berühren.

«In Nordeuropa sind die Fälle von Vogelgrippe bei wilden Wasservögeln seit Oktober stark gestiegen und Nutzgeflügel ist jetzt auch betroffen», heisst es in einer Mitteilung des Amts für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen Fürstentum Liechtenstein. Man sensibilisiere die Geflügelhaltenden jetzt, weil wild lebende Zugvögel bald an Schweizer Seen eintreffen werden. Das bestätigt auch Ruedi Zweifel, Direktor des Aviforum, Kompetenzzentrum Geflügel Schweiz. Er sagt: «Momentan sind die Wildvogelzüge im Gang. In den nächsten Tagen werden die Zugvögel an den Schweizer Seen eintreffen.» In der Schweiz seien die Geflügelhalter bereits informiert worden.

«Eine der Übertragungsrisiken ist die Kontamination der Wiesen entlang der Zugrouten durch Wildenten, die dort vorwiegend in der Nacht nach Nahrung suchen», heisst es aus Liechtenstein. Da sich die Gesundheitssituation sehr schnell ändern könne, soll man Hausgeflügel von Wildvögeln möglichst trennen. Denn für die Tiere kann eine Verbreitung des Virus tödlich enden.

Vogelkadaver mit Vorsicht behandeln

Aufgrund der Gefahren der Vogelgrippe soll man nun strikt die Bio-Sicherheitsmassnahmen einhalten beim Betreten von Stallungen wie Schuhwechsel, Überkleid für die Stallung und Hände desinfizieren. Die Fütterung und Tränkung des Geflügels dürfe nur in Stallungen durchgeführt werden, die nicht für Wildvögel zugänglich sind. «Die Freilandhaltung und der Weideauslauf sind weiterhin möglich», meint das Amt.

Eine Gefahr für die Menschen bestehe nicht. «Gemäss verfügbaren Informationen sind die Virenstämme der aktuell zirkulierenden Vogelgrippe nicht auf den Menschen übertragbar», heisst es. Trotzdem sind Personen gebeten, keine Vogelkadaver zu berühren. Beim Auffinden eines solchen Kadavers soll man sich an das Amt für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen oder an die Landespolizei wenden.

In der Schweiz momentan noch keine Fälle

Stefan Bachmann, Mediensprecher von Birdlife, sagt: «Wasservögel kommen hierher, weil es hier viele Seen hat.» Die meisten Wildvögel würden am Bodensee überwintern. Schweizer Seen gefrieren auch nur selten und bieten den Vögeln viel Nahrung. «In der Schweiz überwintern rund eine halbe Million Wasservögel», so Michael Schaad, Mediensprecher der Vogelwarte Sempach. Da in Nordeuropa einige Fälle der Vogelgrippe bekannt sind, sei es möglich, dass es auch in der Schweiz zu Vogelgrippefällen kommen könnte. Bisher seien keine Fälle bekannt, heisst es beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. «Ich finde es gut, dass bereits vor der Vogelgrippe gewarnt wird. Da diese Krankheiten natürlich vorkommen, ist es derzeit nicht weiter kritisch», sagt Bachmann.

Ruedi Zweifel vom Kompetenzzentrum Aviforum meint, wenn die Zugvögel definitiv in der Schweiz angekommen sind, werde man unter den Experten wieder abwägen, welche Massnahmen notwendig sind, um Schweizer Geflügel weiter zu schützen. «Die Bauern haben keine Angst. Nur für die Eierhändler ist es kritisch», sagt Zweifel. Gerade die Weihnachtssaison sei für den Verkauf von Eiern sehr wichtig.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Tierschutz Schweiz (anonym möglich)

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