Behrings Reich wird liquidiert

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Behrings Reich wird liquidiert

Das Firmenreich des Basler Financiers Dieter Behring wird liquidiert. Damit besteht für die Geprellten Hoffnung, dass ihre Ansprüche zumindest teilweise beglichen werden können.

Es dürfte jedoch Jahre dauern.

Die Firmen des Financiers Dieter Behring sind handlungsunfähig. Rudolf Mühlemann, letzter verbliebener Verwaltungsrat der Behring-Gesellschaften, hat die Bilanzen beim Basler Konkursamt deponiert. Dies bestätigte am Freitag Behring-Anwalt Markus Raess auf Anfrage der AP zu einem Bericht der «Basler Zeitung» (BAZ). Die Firmen von Dieter Behring seien handlungsunfähig, seit die Bundesanwaltschaft alle Vermögenswerte blockiert habe. Laut BAZ sind sieben Gesellschaften mit einem Vermögenswert in zweistelliger Millionenhöhe betroffen. Damit könnten laut Mühlemann eigentlich alle offenen Rechnungen beglichen werden. Darunter fielen auch Steuerrechnungen und vereinzelt Lohnzahlungen. Die Bundesanwaltschaft gebe derzeit jedoch keine Gelder frei. Die Bundesanwaltschaft wollte zu Art und Umfang der beschlagnahmten Werte keine Angaben machen.

Die Bundesanwaltschaft führt gegen Behring und mehrere Mitbeschuldigte seit dem letzten Herbst ein Strafverfahren wegen Verdachts auf gewerbsmässigen Betrug, eventuell Veruntreuung sowie Geldwäscherei. Behring ist am vergangenen 25. April nach mehr als sechs Monaten gegen Zahlung einer Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Nicht betroffen von den Firmenkonkursen ist offenbar Behrings persönliches Domizil, das aus zwei Liegenschaften in Basel besteht. Die beiden Häuser überschrieb Behring zwei Monate vor seiner Verhaftung in persönlichen Besitz. Für die sieben Basler Firmen soll offenbar das Konkursamt in Absprache mit den eidgenössischen Ermittlungsbehörden einen Liquidator bestellen. Bis die offenen Rechnungen der Geprellten beglichen sind, dürfte es Jahre dauern. (dapd)

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