Töffli: Bei 14-Jährigen out – bei Mittfünfzigern in
Aktualisiert

TöffliBei 14-Jährigen out – bei Mittfünfzigern in

Töfflibuebe sind in der Zentralschweiz selten geworden. Bei den älteren Semestern stehen die Zweitakter jedoch hoch im Kurs.

von
Rahel Schnüriger
Wahre Töfflibuebe: Die Luzerner Band Neutones auf dem Albumcover «Motorcycles».

Wahre Töfflibuebe: Die Luzerner Band Neutones auf dem Albumcover «Motorcycles».

Sie hiessen Puch, Ciao oder Herkules und waren so ziemlich das Coolste, was ein 14-Jähriger vor ein paar Jahrzenten zu bieten hatte. Damals schraubte die halbe Jugend an ihren Töffli herum. Doch mit der Erfindung des modernen Rollers verschwand auch die Töfflikultur. Schweizweit gab es 1990 knapp eine halbe Million Töffli, heute sind es laut Fachstelle für Zweiradfragen noch 160 000. Im Kanton Luzern machten 1998 rund 1700 Personen die Töffliprüfung, 2011 waren es gerade noch tausend.

Faszination Langsamkeit

Schliesslich haben es die Töfflibuebe auch nicht mehr so leicht: In der Umgebung Luzern gibt es nur noch wenige Tankstellen, die Zwei­taktbenzin anbieten, in der Stadt Zug gibt es gar keine mehr. «Am besten mischt man es gleich selber», so Albert Kümin, Inhaber der Sager Velos & Motos in Emmenbrücke. Er verkaufe sogar wieder etwas mehr Töffli als in den letzten Jahren, jedoch nicht an die 14-Jährigen wie früher, sondern an die Mittfünfziger.

Dies überrascht Roland Stalder vom Töffliklub Kolbenhobler Innerschwiiz nicht: «In meiner Generation erlebe ich einen regelrechten Töffliboom», so der 54-Jährige. Es gehe ums Schrauben und Basteln, so wie früher eben. Allein in der Zentralschweiz gibt es mehrere Gruppierungen, die zusammen Töffliausflüge oder -rennen organisieren. «Mich fasziniert die Langsamkeit des Töfflis», sagt Rico Roos aus Buttisholz, der gerade dieses Wochenende mit Töffli Wendy auf Tour geht.

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