Blasen vor dem Fahren: Bei Alkohol im Atem streikt der Wagen

Aktualisiert

Blasen vor dem FahrenBei Alkohol im Atem streikt der Wagen

Wer wegen Alkohol am Steuer den Führerausweis nur unter Auflagen behalten darf, muss wohl bald schon vor Fahrtantritt ins Röhrchen pusten.

Fee Riebeling
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Fee Riebeling

Im vergangenen Jahr starben auf Schweizer Strassen 349 Menschen, 4708 wurden verletzt. Zu viele. Deswegen hat der Bundesrat im Oktober das Massnahmenpaket Via sicura verabschiedet, das die Zahl der Verkehrs­opfer um einen Viertel senken soll. Wird dieses vom Parlament angenommen, könnte künftig eine besondere Wegfahrsperre zum Einsatz kommen, die alkoholisierte Lenker am Losfahren hindert.

Dazu muss der Fahrer in ein Röhrchen blasen. Wie bei einer Alkoholkontrolle der Polizei misst der so genannte Alcolock den Promillewert über die Atemluft. Nur wenn der Lenker nüchtern ist, kann es losgehen. Ist er es nicht, wird die Zündung automatisch blockiert und das Auto bleibt stehen.

Ein flächendeckender Einsatz sei nicht geplant, sagt Mario Cavegn,

Forscher bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung: «Gedacht ist das System vor allem für Lenker, die wiederholt alkoholisiert am Steuer erwischt worden sind oder als alkoholabhängig gelten.» Die hätten sich in der Ver­gangenheit resistent gegen Sensibilisierungskampagnen gezeigt und bräuchten entsprechend härtere Massnahmen. Aber auch im Personen- und Gefahrenguttransport würde der Alcolock Sinn machen, so Cavegn. Schliesslich hätten Chauffeure eine besondere Verantwortung.

Dass die Wegfahrsperre manipuliert wird, kann zwar nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dürfte aber relativ selten vorkommen. Denn: Würde das Vergehen entdeckt, wäre der Fahrausweis sofort weg. Ausserdem gibt es laut Cavegn technische Möglichkeiten, das zu verhindern. So muss der Lenker beispielsweise nicht nur pusten, sondern die Luft anschliessend wieder kurz zurückatmen, um zu beweisen, dass er keinen Luftballon angehängt hat.

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