Aktualisiert 08.12.2015 14:53

TürkeiBei Bootsunglück sterben erneut Flüchtlingskinder

Die Flüchtlingskrise in der Ägäis schreibt ein weiteres Drama. Zwischen der Türkei und Griechenland sind sechs Kinder ertrunken.

von
ofi
Zwischen der Türkei und griechischen Inseln sind sechs Flüchtlingskinder gestorben: Verlassenes Camp an der türkischen Ägäisküste.

Zwischen der Türkei und griechischen Inseln sind sechs Flüchtlingskinder gestorben: Verlassenes Camp an der türkischen Ägäisküste.

Sechs afghanische Kinder sind bei der Überfahrt in einem Flüchtlingsboot von der Türkei nach Griechenland ertrunken. Die Leichen der Kinder, darunter ein Baby, wurden am Dienstag an der Küste der Provinz Izmir im Westen der Türkei gefunden, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Die Flüchtlinge waren in der Nacht von der Region Cesme zur griechischen Insel Chios in einem Schlauchboot gestartet, das später bei starkem Wind und hohen Wellen unterging.

Die türkische Küstenwache konnte acht Flüchtlinge retten, wie die Nachrichtenagentur Dogan meldete. Sie trugen alle Schwimmwesten. Zwei weitere Flüchtlinge wurden noch vermisst. Bereits am Montag war darüber hinaus die Leiche eines fünfjährigen Mädchens an der Küste von Cesme angeschwemmt worden, wie Dogan weiter berichtete.

Seit Jahresbeginn sind laut UNO mehr als 650'000 Flüchtlinge über das Mittelmeer von der Türkei aus Richtung EU geflüchtet. In dem Zeitraum kamen mehr als 500 von ihnen, darunter überwiegend Kinder, bei der gefährlichen Überfahrt ums Leben. Die Türkei hat sich im Rahmen einer mit der EU getroffenen Vereinbarung dazu verpflichtet, Schlepperorganisationen stärker zu bekämpfen, die oft zu viele Flüchtlinge auf alten, wackeligen Booten und ohne genügend Schwimmwesten aufs Meer schicken. (ofi/afp)

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