Aktualisiert 09.08.2011 22:07

SCBBei den Fans ist Feuer unterm Dach

Die Saison hat noch nicht mal begonnen – und schon muss sich der SCB wieder schämen. Nach den Ausschreitungen in Visp ziehen echte Fans ihre Mutzen-Trikots aus und wollen die Chaoten nicht länger decken.

von
Patrick Marbach

«Auf der Strasse liegt 'ne Leiche mit Messer und der Aufschrift: Bern war besser» und «Wir haben euch was mitgebracht: Hass, Hass, Hass»: Mit solchen Pöbel-Sprüchen zogen am Samstag SCB-Schlachtenbummler zum Freundschaftsspiel durch Visp. Ein 30-köpfiger Mob verschaffte sich gewaltsam Gratis-Eintritt in die Litternahalle. Im Stadion attackierten die Randalierer einheimische Zuschauer über Abschrankungen hinweg und brannten Fackeln und Petarden ab. Vergeblich versuchten die Polizei und SCB-Spieler Martin Plüss, die Krawallbrüder zur Vernunft zu bringen.

«Die Berner haben unsere Gastfreundschaft mit Füssen getreten», sagt Visp-Supporter Daniel Zumoberhaus. Klarer denn je distanzieren sich nun auch echte Fans in den SCB-Foren von den Chaoten. Sie beklagen Sicherheitsmängel und hinterfragen etwa, warum der Berner Block den Tätern mit Fahnen und Transparenten Schutz bot, damit diese unerkannt Petarden zünden konnten. «Ich kann das lauwarme Gesäusel der ewigen runden ­Tische mit ihren Beschönigungen und Pseudomassnahmen nicht mehr hören», fordert Mutzen-Fan Duc in seinem Blog die Klubleitung zum Handeln auf.

SCB-CEO Marc Lüthi begrüsst, dass die Fangemeinde Ausschreitungen nicht einfach hinnimmt. Er halte sich aber mit Stellungnahmen zurück, um den Randalierern keine Plattform zu bieten. Neue Massnahmen würden nicht bekannt gegeben, so Lüthi. «Ich kann nur sagen, dass wir unser ­Sicherheitsbudget in den letzten zehn Jahren von 51 000 auf eine Million Franken erhöht haben.»

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