Aktualisiert 13.11.2007 14:03

Bei den Gesundheitsausgaben ist die Schweiz Spitze

Die Schweiz gehört zu den Ländern mit den höchsten Gesundheitsausgaben: 2005 wurden pro Kopf 4177 Dollar für die Gesundheitsversorgung aufgewendet. Damit belegt die Schweiz in einer OECD-Studie den vierten Platz.

Das ausgabenstärkste Land waren mit Abstand die USA, die pro Kopf 6401 Dollar ausgaben. Das entspricht mehr als dem Doppelten des OECD-Durchschnitts von 2759 Dollar, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen Luxemburg und Norwegen. Am anderen Ende der Skala betrugen die Gesundheitsausgaben in der Türkei (586 Dollar), Mexiko (675 Dollar) und Polen (867 Dollar) weniger als ein Drittel des Durchschnitts.

Der öffentliche Sektor ist in allen OECD-Ländern ausser Mexiko, den USA und Griechenland die Hauptfinanzierungsquelle der Gesundheitsversorgung. Im Durchschnitt übernahm der öffentliche Sektor 2005 73 Prozent der Gesundheitsausgaben. Führend ist dabei Luxemburg mit 91 Prozent, die Schweiz liegt mit 60 Prozent auf dem fünftletzten Rang.

Unterschiede bei Qualität der Gesundheitsversorgung

Bei der Qualität der medizinischen Versorgung gibt es erhebliche Unterschiede, wie die Studie weiter zeigt. So starben in Neuseeland 5,4 Prozent der wegen Herzinfarkt hospitalisierten Patienten innerhalb von 30 Tagen im Spital. In Mexiko war die Sterberate mit 24,5 Prozent sehr viel höher.

Die Schweiz belegt mit 8,1 Prozent den achten Platz. Im gesamten OECD-Raum haben die medizinischen Fortschritte zur Folge, dass die Spital-Letalitätsrate innerhalb von 30 Tagen nach Hospitalisierung bei einem Herzinfarkt bei 10 Prozent liegt. In den 80er Jahren waren es noch 20 Prozent gewesen.

Ebenso tief liegt die Rate bei Patienten, die nach einem (ischämischen) Schlaganfall ins Spital eingeliefert wurden.

Chronische Leiden als Herausforderung

Prävention und Management chronischer Leiden stellen eine wachsende Herausforderung dar, wie die OECD weiter schreibt. Trotz steigender Raten von Krankheiten wie Asthma und Diabetes bleibe die Behandlung dieser Leiden suboptimal.

So seien jährliche Augenuntersuchungen als Standardmethode der Diabetes-Versorgung zwar allgemein anerkannt, die Untersuchung werde aber nur bei gut der Hälfte der Patienten durchgeführt. Auch Patienten mit akuten Asthmaanfällen könnten angesichts der aktuellen Behandlungsmöglichkeiten auch ausserhalb des Spitals wirksam behandelt werden, schreibt die Organisation.

Dennoch wurden von 10 000 Erwachsenen in den OECD Ländern jährlich durchschnittlich 6 wegen Asthma hospitalisiert. Verhältnismässig hohe Hospitalisierungsraten wurden in Finnland und den USA (12 bis 13 je 10 000 Erwachsene) gemeldet. Für die Schweiz gibt es dazu keine Zahlen. (sda)

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