13.06.2017 09:43

Doktorspiele«Bei den Kindern ist gerade das Wickeln in»

Was tun, wenn Kinder in der Krippe «dökterlen» wollen? Betreuerin Andrea L. (25) erzählt aus ihrem Alltag.

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Kinderbetreuerin Andrea L. erklärt, wie man in der Kindertagesstätte mit «dökterlenden» Kindern umgeht. Bei ihrem Hort ist es erlaubt. Es wird jedoch darauf geachtet, dass beide Kinder einverstanden sind und sich im gleichen Alter befinden.

Kinderbetreuerin Andrea L. erklärt, wie man in der Kindertagesstätte mit «dökterlenden» Kindern umgeht. Bei ihrem Hort ist es erlaubt. Es wird jedoch darauf geachtet, dass beide Kinder einverstanden sind und sich im gleichen Alter befinden.

AP/Jens Meyer
Die Eltern finden das zwar teilweise ein wenig schräg. Aber nachdem die Betreuer ihnen erklärt haben, dass es eine normale Entwicklungsstufe des Kindes ist, können es die Eltern meist nachvollziehen.

Die Eltern finden das zwar teilweise ein wenig schräg. Aber nachdem die Betreuer ihnen erklärt haben, dass es eine normale Entwicklungsstufe des Kindes ist, können es die Eltern meist nachvollziehen.

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Für die Kinder hätten solche Spiele keine sexuelle Komponente. «Würden wir diese Spiele verbieten, hätten die Kinder den Eindruck, dass sie etwas Schlechtes machen. Das sollte aber nicht sein.»

Für die Kinder hätten solche Spiele keine sexuelle Komponente. «Würden wir diese Spiele verbieten, hätten die Kinder den Eindruck, dass sie etwas Schlechtes machen. Das sollte aber nicht sein.»

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Frau L., wie gehen Sie damit um, wenn Kinder Doktorspiele machen wollen?

Bei uns ist das in Ordnung. Zurzeit ist bei den Kindern gerade das Thema Wickeln angesagt. Wenn die Kinder das machen wollen, stellen wir sicher, dass sie ihre Unterwäsche tragen. Falls es die Situation gibt, dass Kinder sich im Intimbereich etwas zeigen wollen, dürfen sie das. Sie müssen jedoch dazu auf die Toilette gehen. Wir achten bei solchen Fällen darauf, dass beide Kinder einverstanden sind und sich im gleichen Alter befinden. Meistens sind sie 3 bis 6 Jahre alt.

Haben sich Eltern schon darüber beklagt?

Einige finden das dann zwar schon schräg, aber wir erklären ihnen dann, weshalb wir das machen. Es ist nämlich eine normale Entwicklungsstufe des Kindes. Für die Kinder hat es auch keine sexuelle Komponente. Würden wir diese Spiele verbieten, hätten die Kinder den Eindruck, dass sie etwas Schlechtes machen. Wir bieten ja auch einen geschützten Rahmen für solche Erfahrungen. Die Eltern können das dann meistens nachvollziehen. Zudem informieren wir sie, wenn ihre Kinder miteinander ‹gespielt› haben.

Ab welchem Punkt greift ihr dann ein?

Wir greifen ein, wenn sie solche Sachen in der Öffentlichkeit machen wollen. Eine anderes No-go wäre, wenn sie sich Gegenstände wie Spielzeug irgendwo reinstecken wollten. So weit ist es bei uns in der Krippe jedoch noch nie gekommen.

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