04.11.2020 07:29

Burak Ates über seine erste Filmrolle«Bei den Liebesszenen war ich am Anfang extrem verklemmt»

Der Solothurner Burak Ates spielt in «Beyto» einen türkischen Secondo, der sich in seinen Schwimmtrainer verliebt. Seine erste Filmrolle stellte ihn auch privat vor grosse Herausforderungen.

von
Melanie Biedermann
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Ein gutes Team: Dimitri Stapfer (32) und Burak Ates (26, rechts) spielen in Gitta Gsells neuem Drama «Beyto» ein Paar, das mit gesellschaftlichen und kulturellen Konventionen kämpft.

Ein gutes Team: Dimitri Stapfer (32) und Burak Ates (26, rechts) spielen in Gitta Gsells neuem Drama «Beyto» ein Paar, das mit gesellschaftlichen und kulturellen Konventionen kämpft.

Frenetic Films
Im Film lernen sich Beyto (Burak Ates) und Mike (Dimitri Stapfer) im Training kennen. Beyto ist ein talentierter Schwimmer, Mike sein Trainer.

Im Film lernen sich Beyto (Burak Ates) und Mike (Dimitri Stapfer) im Training kennen. Beyto ist ein talentierter Schwimmer, Mike sein Trainer.

Frenetic Films
Beyto hat ein gutes Verhältnis zu seiner Mutter (gespielt von Beren Tuna), doch als sich im Familienumfeld das Gerücht breitmacht, der Sohn küsse Männer, hängt der Haussegen schief.

Beyto hat ein gutes Verhältnis zu seiner Mutter (gespielt von Beren Tuna), doch als sich im Familienumfeld das Gerücht breitmacht, der Sohn küsse Männer, hängt der Haussegen schief.

Frenetic Films

Darum gehts

  • Gitta Gsells Drama «Beyto» feierte am ZFF Weltpremiere.

  • Seit Donnerstag läuft der Film um den gleichnamigen Protagonisten in den Deutschschweizer Kinos.

  • Hauptdarsteller Burak Ates (26) gibt darin sein Filmdebüt neben etablierten Namen wie Dimitri Stapfer, Beren Tuna und Serkan Tastemur.

  • Im Interview erklärt der Newcomer berufliche wie private Herausforderungen, die seine Rolle mit sich brachte.

Burak, du spielst in deinem allerersten Spielfilm gleich die Hauptrolle. Wie konntest du Gitta Gsell von dir überzeugen?

Ich glaube, ich konnte zeigen, dass ich die Rolle unbedingt will und bereit bin, viel Zeit und Arbeit zu investieren.

Warum wolltest du gerade diesen Job so sehr?

Es war schon lange mein Traum, Schauspieler zu werden. Das Drehbuch reizte mich, und die Geschichte ist der Hammer.

Du hast die türkischen Wurzeln mit Beyto gemein, bist selbst aber heterosexuell. Waren die intimen Szenen mit Dimitri ein Problem für dich?

Dass meine Rolle schwul ist, war kein Thema für mich. Die Szenen zu drehen, war dann aber sehr schwierig, am Anfang war ich extrem verklemmt und konnte die Nähe kaum zulassen. Dimitri und Gitta brauchten sehr viel Geduld mit mir. Inzwischen gehören die Liebesszenen zu meinen Lieblingsszenen im ganzen Film.

Was macht sie so besonders?

Ich finde, man spürt die Emotionen als Zuschauer, und das ist einfach sehr schön.

Der Film

«Beyto»

Der Trailer zum Film.

Frenetic Films

Der 19-jährige Beyto ist im Schwimmteam, hilft seiner Familie im Imbiss aus und liefert trotz Dauerbelastung gute Noten. Doch als das Gerücht die Runde macht, er sei homosexuell, arrangieren seine Eltern ohne Beytos Wissen eine Hochzeit in ihrer türkischen Heimat.

Die Geschichte basiert auf dem Roman «Hochzeitsflug» von Yusuf Yesilöz aus dem Jahr 2011. Für den Film castete Regisseurin Gitta Gsell einen spannenden Mix aus etablierten Namen und Laienschauspielern. Die zentrale Liebesgeschichte lebt von den Emotionen, die die Newcomer Burak Ates (26) und Dimitri Stapfer (32) überzeugend auf die Leinwand bringen.

«Beyto» läuft jetzt in den Deutschschweizer Kinos.

Wie war es für dich, als du dich das erste Mal im fertigen Film gesehen hast?

Es war ein sehr spezielles, aber auch schönes Gefühl. Ich sah nicht mich, sondern Beyto.

Wie stehen deine Eltern dazu, dass du in deiner Rolle einen Mann liebst?

Sie waren absolut dagegen. Als ich erfahren hatte, dass ich den Job habe, verschwieg ich es ihnen. Sie sind in einer anderen Generation aufgewachsen – wäre ich privat schwul, würden sie es nicht akzeptieren.

Würde es dir gehen wie Beyto?

Das kann ich nicht sagen, aber ich weiss, dass es viele Menschen gibt, die genauso betroffen sind wie Beyto. Das Thema ist aktuell wie eh und je.

Haben deine Eltern den Film inzwischen gesehen?

Nein, aber meine Mutter feiert mich gerade sehr und unterstützt meinen Wunsch, Schauspieler werden zu wollen, voll und ganz.

Und dein Papa?

Er macht sich Sorgen, dass ich zu viel Sicherheit aufgebe, und will, dass ich auf mein Studium in Wirtschaftsinformatik setze.

Hoffst du, dass sich mit Filmen wie «Beyto» für die neue Generation etwas ändert?

Ja, ich hoffe, dass der Film dazu beiträgt, dass Schweizer und Türken mehr miteinander sprechen und voneinander lernen. Dass irgendwann alle verstehen, dass Liebe einfach Liebe ist.

Was wünschst du dir für deinen eigenen Weg?

Ich will Schauspieler sein und einmal in einer Liga mit Dimitri Stapfer, Max Hubacher oder auch Joel Basman spielen. Dafür studiere ich Vollzeit an der Filmschauspielschule Zürich. Das Studium in Wirtschaftsinformatik führe ich nebenher fort.

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