4 Tage vor Ende der Vendée Globe: Bei der härtesten Regatta der Welt kommt es zum Schlusskrimi
Aktualisiert

4 Tage vor Ende der Vendée GlobeBei der härtesten Regatta der Welt kommt es zum Schlusskrimi

Die Vendée Globe, die härteste Segelregatta der Welt, neigt sich dem Ende entgegen und ist dabei rund wenige Tage vor dem Ende spannend wie noch nie zuvor.

von
Erik Hasselberg
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Der Führende: Charlie Dalin liegt bei der Vendée Globe momentan auf Platz 1. 

Der Führende: Charlie Dalin liegt bei der Vendée Globe momentan auf Platz 1.

Foto: Jean-Marie Liot
Der französische Skipper Louis Burton befindet sich am Samstag, 23. Januar um 23 Uhr an 2. Position mit einem läppischen Rückstand von 33 Kilometern.

Der französische Skipper Louis Burton befindet sich am Samstag, 23. Januar um 23 Uhr an 2. Position mit einem läppischen Rückstand von 33 Kilometern.

Foto: Stephane Maillard
Hinter dem Franzosen liegt der Deutsche Boris Hermann auf Rang 3. Sein Rückstand beträgt 77 Kilometer. 

Hinter dem Franzosen liegt der Deutsche Boris Hermann auf Rang 3. Sein Rückstand beträgt 77 Kilometer.

Foto: Andreas Lindlahr

Darum gehts

  • Seit dem 8. November 2020 läuft die Vendée Globe, die härteste solo nonstop Regatta der Welt.

  • 4 Tage, bevor der Erste im Ziel erwartet wird, bahnt sich an der Spitze des Rennens ein extrem spannender Schlussspurt an.

  • Nach über 45’000 Kilometern auf See trennen liegen der Erste und der Siebte nur knapp 450 Kilometer auseinander. Entschieden werden könnte die Regatta durch einen Entscheid der Rennjury.

77 Tage sind sie schon auf hoher See, seit dem 8. November, haben dem Polarmeer getrotzt, heisse Flauten, orkanartige Stürme und meterhohe Wellen überstanden. Sie sind bislang über 45’000 Kilometer alleine, ohne Zwischenstopp und ohne fremde Hilfe durch alle sieben Weltmeere gesegelt. Sie haben die drei Südkaps (Kap der Guten Hoffnung, Kap Leeuwin und Kap Hoorn) umrundet, während sie Tag und Nacht ihre Hightech-Jachten überwachten. Dabei schliefen sie jeweils nur immer maximal 1 Stunde am Stück, teilweise bei Lärm von über 100 Dezibel.

Die neunte Austragung der Vendée Globe, sie hat bisher den 6 Frauen und 27 Männern, die am 8. November im französischen Atlantikstädtchen Les Sables-d’Olonne in See stachen, alles abgefordert. 8 von ihnen mussten das Rennen bisher aufgeben – normalerweise schaffen es nur die Hälfte aller gestarteten Skipper wieder bis ins Ziel. Auch die aktuelle Austragung bot wieder viel Drama. Der britische Favorit versuchte während einer Woche einen Riss im Rumpf seines Schiffes zu reparieren und musste dann die Regatta schweren Herzens doch beenden. Ein Franzose musste in einer dramatischen Rettungsaktion aus Seenot gerettet werden musste.

Kein Rekord, dafür Spannung pur

Und genau diese Rettungsaktion könnte nun die Regatta entscheiden. Denn an der Spitze des Feldes bahnt sich ein spannender Schlussspurt an, den es so in der Geschichte der Vendée noch nie gab. Bei der letzten Weltumseglung vor vier Jahren, die in einer Rekordzeit von 74 Tagen endete, trennten den Ersten und den Zweiten 16 Stunden. Der Dritte überquerte gar erst 4 Tage nach dem Sieger Armel Le Cléac’h die Ziellinie.

So eng ist es an der Spitze der Vendée Globe (Stand: Samstag, 23. Januar, 23 Uhr).

So eng ist es an der Spitze der Vendée Globe (Stand: Samstag, 23. Januar, 23 Uhr).

Screenshot: www.vendeeglobe.org/en/tracking-map

Ein Rekord wird dieses Jahr nicht fallen, zu speziell waren die meteorologischen Bedingungen in diesem Jahr in einer Kombination aus zu wenig Wind und zu starkem Wellengang. Dafür bietet die Vendée allen Segelfans Spannung pur: Jetzt segeln 7 Boote an der Spitze, wobei der Siebtplatzierte (Stand: Freitag 23 Uhr) nur rund 450 Kilometer hinter dem Führenden Charlie Dalin zurückliegt. Allerdings sind es der Deutsche Boris Hermann, momentan Dritter und der Franzose Yannick Bestaven, Fünfter, welche nach ihrer Hilfe bei der Rettungsaktion von der Rennjury noch eine Zeitgutschrift von 6 respektive 10 Stunden erhalten haben. Diese wird bei der Zielankunft gewertet. Hermann, der nur 77 Kilometer hinter Dalin segelt, hat damit durchaus Chancen, als erster Nicht-Franzose die Regatta für sich zu entscheiden. «Es wird sehr eng. Es wird eine harte Woche, auf die ich mich aber freue», sagte der 39-Jährige, der letztes Jahr die Klimaaktivistin Greta Thunberg mit seiner Jacht nach New York übersetzte.

Sichere Ankunft als Ziel für den Schweizer

Nichts mit dem Sieg zu tun hat Alan Roura. Der Schweizer und mit 27-Jahren jüngste Teilnehmer im Feld, befindet sich momentan mit seinem beschädigten Boot auf dem 16. Rang, 6100 Kilometer hinter dem führenden Dalin. Ursprünglich wollte er das Rennen auf einem Top-10-Platz und in weniger als 80 Tagen beenden.

Schon seit November kämpft Roura mit Problemen auf seiner Jacht. Zum Jahreswechsel musste er sein Boot auf hoher See zwölf Stunden notdürftig reparieren, um es wieder auf Kurs zu bringen. «Ich wollte ein tolles sportliches Resultat. Jetzt muss ich mich jeden Tag daran erinnern, dass nur schon das Rennen zu beenden, ein Erfolg ist», so der Genfer.

Deine Meinung

33 Kommentare
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Cori Cora Corona

24.01.2021, 13:45

Echt jetzt, Alan Roura ist 27? Sieht eher aus wie schon bald 40. Seeluft macht wohl alt. Dann ist ja gut, können wir vermutlich auch dieses Jahr nicht ans Meer...

Heinerle

24.01.2021, 11:08

Einerseits ist es eine Sehr gute Leistung der Segler aber die ganzen Leute die fas Ermöglichen Bootsbauer Segelmacher Beschläge Kleidung ist auch nicht zu Verachten zudem wird viel zu viel Hytech eingebaut das kostet Millionen um ein zwei Tage schneller zu sein warum können die mit ganz normalen Booten mit etwas Optimierung Segeln früher kamen die Leute auch an

Adester

24.01.2021, 09:47

Es würde einigen gut tun, mal selber zu segeln, würde euch den Horizont erweitern. Vor allem ihr Grünen Komischdenker. Ohne solche Wettkämpfe würden wir noch mit Holzbooten umherdümpeln. Eure Fahrräder wären auch keine Hightech Fahrräder. Die übrigens meistens in China, Vietnam usw. produziert werden. Doch wer nichts besitzt ist meistens gründenkend, bis er selber was besitzt. Ich finde die Leistungen von den Seglern mega .