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Tiere in PamplonaBei der Stierhatz gehts den Frauen an die Wäsche

Bei den diesjährigen Stierrennen von Pamplona haben die sexuelle Übergriffe gegenüber Frauen alle Grenzen überschritten. Schuld daran ist offenbar nicht nur der Alkohol - sondern auch die Wirtschaftskrise.

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«In diesem Jahr wurden alle Grenzen überschritten», war das Fazit der spanischen Zeitung «El Mundo» vom diesjährigen Stiertreiben von Pamplona, das am Wochenende zu Ende ging. In diversen Internetforen waren mehrere Bilder und Videos von sexuellen Übergriffen veröffentlicht worden.

Die Aufnahmen zeigen, wie halbnackte Frauen inmitten der Menschenmenge auf den Schultern eines Mannes sitzen und von anderen männlichen Teilnehmern aus der Menge an die Brüste betatscht werden. Dass Frauen bei den traditionellen San-Fermin-Feiern vor einer ausgelassenen Gruppe im Überschwang ihre Brüste entblössen, ist nicht ganz neu, doch dieses Jahr gab es besonders viele Klagen über Belästigungen.

Männer mussten Freundinnen beschützen

Auch die spanische Regierung schaltete sich in der Sache ein und verurteilte die Vorkommnisse scharf: «Wir dürfen nicht zulassen, dass die bedauernswerten Fälle von Übergriffen auf Frauen sich wiederholen», meinte der Staatssekretär für Gleichberechtigung, Juan Manuel Moreno. «Wir müssen das Fest verteidigen, denn es ist eine Tradition, die allen gehört.»

Offenbar scheinen einige Männer diese «Tradition» als Signal zu verstehen, dass nun alles erlaubt sei. In den Kommentaren zu den verbreiteten Fotos entsteht der Eindruck, als hätten manche Frauen nichts dagegen, betatscht zu werden. In anderen Fällen ist aber deutlich zu sehen, dass die betroffenen Frauen sich heftig gegen die Angriffe wehren.

Wirtschaftskrise ist schuld

Teilnehmer an den Feiern berichteten, dass immer wieder junge Männer ihre Freundinnen vor Attacken von Angetrunkenen schützen müssen. Eine Reporterin des staatlichen Fernsehens wurde während einer Live-Reportage aus einer Menschenmenge mit Wein überschüttet und von einem Mann gegen ihren Willen auf den Mund geküsst.

«Wenn Frauen an den Feiern teilnehmen, wenn sie angetrunken sind und auch wenn sie ihre Blusen ausziehen, ist das keineswegs eine Einladung dazu, sie zu befummeln», betonte Marisa Soleto, Vorsitzende einer Frauenstiftung gegenüber der Nachrichtenagentur DPA. «Und es ist erst recht kein Freibrief zu einem kollektiven Betatschen.»

Für dieses Phänomen hat die Psychologin Blanca Vázquez eine Erklärung: «Die jungen Männer verstecken sich in der Menge und lassen sich zu Dingen hinreissen, die sie auf sich allein gestellt niemals tun würden». Doch der geflossene Alkohol und die Gruppendynamik sind nicht der einzige Grund, wieso Männer die Grenzen überschreiten: «Auch die Wirtschaftskrise spielt eine Rolle. Wenn die Leute frustriert sind, verlieren sie leichter die Beherrschung und verhalten sich aggressiver.»

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