1973 Ford Escort RS 2000 - Ein Sportwagen für die Massen
Der Ford Escort RS 2000 überzeugte mit 9,8 Sekunden für den Sprint von 0 bis 100 km/h .

Der Ford Escort RS 2000 überzeugte mit 9,8 Sekunden für den Sprint von 0 bis 100 km/h .

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com
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Ford Escort RS 2000Bei diesem Auto hat Ford fast alles richtig gemacht

Mit dem Escort RS 2000 präsentierte Ford im Jahr 1973 einen Sportler für die Massen. Mit 100 PS auf 915 kg Leergewicht sorgte der schnelle Escort für viel Vorwärtsdynamik.

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Bruno von Rotz

Ein leichtes Auto mit einem starken Motor, das war schon immer ein Garant für viel Fahrspass. Wenn der Motor dann auch noch zuverlässig und das Auto günstig war, dann fand der Wagen viele Anhänger. Ford jedenfalls hatte beim Escort RS 2000 fast alles richtig gemacht.

Gerne sportlich

Im Januar 1968 wurde der neue Ford Escort am Autosalon von Brüssel dem grossen Publikum präsentiert, nachdem die Produktion bereits im November 1967 gestartet war und die Presse vorab eine Einführung erhalten hatte. Die neue zweitürige Limousine mit Standardbauweise (Motor vorne, Antrieb hinten) und hinterer Starrachse sollte in Grossbritannien den Anglia ablösen, in Europa dem VW Käfer Kunden streitig machen.

Praktisch vom Start weg gab es nicht nur Brot- und Butter-Ausführungen mit 1,1 Liter Hubraum und 54 PS, sondern auch eine 1,3-Liter-Variante mit 63 oder als GT mit 76 PS. Beide Motoren verfügten über einen Querstromkopf und eine obenliegende Nockenwelle. Und für den Motorsport wurde eine Zweinockenwellen-Variante mit dem 1,6-Liter-Motor von Lotus präsentiert, die auf 117 PS und eine Spitze von 185 km/h kam.

Im Ford Escort RS 2000 von 1974 fühlt sich jeder Kilometer wie eine Sonderprüfung an.

Im Ford Escort RS 2000 von 1974 fühlt sich jeder Kilometer wie eine Sonderprüfung an.

Daniel Reinhard / www.zwischengas.com
Wie so viele RS 2000 landete auch dieser Wagen im Rallye-Sport und nicht erst in der Neuzeit, sondern schon in den Siebzigerjahren.

Wie so viele RS 2000 landete auch dieser Wagen im Rallye-Sport und nicht erst in der Neuzeit, sondern schon in den Siebzigerjahren.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com
Die Verbreiterungen konnte man sich ab Werk bestellen, billig war das aber nicht.

Die Verbreiterungen konnte man sich ab Werk bestellen, billig war das aber nicht.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com

Für den Volkssport

Während die Preise für die schwächeren Escort-Modelle auf Käfer-Niveau begannen, kostete die Sport-Version locker das Doppelte. Damit liessen sich natürlich keine grossen Stückzahlen machen, was sich auch nicht änderte, als man den Lotus-Vierzylinder durch eine Cosworth-Version namens BDA ersetzte.

Die Ford-Macher suchten nach einer Alternative und bauten den Zweiliter-Consul/Pinto-Vierzylinder in den Escort GT ein. Ergänzt mit ein paar Rallye-Streifen und einem sportlicher ausgerüsteten Cockpit mit Scheel-Sitzen und Lederlenkrad, lockte ein 100 PS starkes Auto namens RS 2000 mit einem Leergewicht von rund 900 kg, das CHF 13’950 kostete und genau die richtige Basis für den Breitensport darstellte. Der Vertrieb erfolgte über ausgewählte RS-Händler, die auch gleich noch passendes Zubehör anbieten konnten, sollte die Serienausführung noch nicht ganz so schnell wie nötig sein.

Hart, aber herzlich

Der RS 2000 überzeugte mit 9,8 Sekunden für den Sprint von 0 bis 100 km/h und einer Spitze von fast 180 km/h. Da kam die Konkurrenz von Alfa oder BMW fast nicht mehr mit, zumal diese Autos deutlich teurer waren.

An Alltagstauglichkeit mangelte es dank guten Motormanieren und einer Startautomatik auch nicht, nur die engen Platzverhältnisse im Fond hatte der sportliche Escort natürlich mit seinen schwächeren Brüdern gemeinsam. Auch die Fahrsicherheit überzeugte, wurde aber durch eine harte Abstimmung erkauft. Viel Auto für’s Geld bot der Escort RS 2000, da waren sich alle einig.

An Bord eines Rallye-Autos

Zeit für einen Selbstversuch. Das Einsteigen in den fotografierten weiss-blauen Rallye-RS 2000 ist wegen des Überrollkäfigs und der nicht ganz periodengerechten Rennsitze nichts für unsportliche Piloten. Und bis man angeschnallt ist, vergehen weitere Minuten. Aber dann ist man startklar. Man sitzt tief, was der Übersicht im Verkehr nicht förderlich ist. Aber dieses Auto ist auch eher für Rallye-Pfade gedacht, als für die Fahrt durch die Grossstadt. Dies spürt man spätestens dann, wenn man den Motor mit den Zündschlüssel startet. Es ertönt ein wohltönendes, aber keineswegs leises Knurren aus dem Motorraum. Die Gänge rasten hart ein, die Kupplung greift bissig. Und los gehts. Sofort fühlt man sich wie Mikkola oder Vatanen auf der Sonderprüfung. Eigentlich fehlt jetzt nur noch eine Schotterpiste mit genügend Auslauf.

Weitere Informationen, viele Bilder und ein Tonmuster gibt es auf www.zwischengas.com.

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