Königin statt König - Bei diesen Jasskarten ist Diversität Trumpf
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Königin statt KönigBei diesen Jasskarten ist Diversität Trumpf

Drei Studierende aus St. Gallen sorgen für mehr Östrogen an den Jasstischen. Sie gestalteten ein weibliches Pendant zu den Original-Jasskarten.

von
Shila Ochsner
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Die drei BWL-Studierenden Noelle Artho (20), Noah Fankhauser (20) und  Andrin Salaorni (20) haben spezielle Jasskarten designt.

Die drei BWL-Studierenden Noelle Artho (20), Noah Fankhauser (20) und Andrin Salaorni (20) haben spezielle Jasskarten designt.

Privat
Es gibt dabei weibliche Bezeichnungen und Figuren. Aus dem König wurde eine Königin.

Es gibt dabei weibliche Bezeichnungen und Figuren. Aus dem König wurde eine Königin.

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So sehen die Karten aus.

So sehen die Karten aus.

20 Minuten

Darum gehts

  • Drei Studierende haben Jasskarten mit weiblichen Motiven entworfen.

  • Die Karten sind eine Ergänzung zu dem bestehenden Original.

  • Das neue Set soll Bewusstsein für Gleichberechtigung schaffen.

  • Erste Sets des weiblichen Pendants zu den Original Deutschschweizer Jasskarten sind auf dem Markt.

«Uns ist aufgefallen, dass es immer noch kein weibliches Pendant zu den Originalen Schweizer Jasskarten gibt» sagt Noah (20), einer der Studierenden, die es sich Anfang diesen Jahres zur Aufgabe gemacht haben, Gleichberechtigung auf den Jassteppich zu bringen. Neben ihrem BWL-Studium haben sie angefangen Skizzen dafür zu entwerfen. «Wir haben uns eine Vorlage am Original genommen, um dem Spiel treu zu bleiben», sagt Noelle (20). Der König wird zur Königin, der Ober zur Dame und der Under zum Mädchen.

Der Wiedererkennungswert steht bei den Dreien im Vordergrund, darum haben sie darauf geachtet, vor allem den Figuren weibliche Züge und Gestiken zu geben. Sie seien sich bewusst, dass es in der Schweiz bereits andere Jass-Sets gebe mit weiblichen Figuren. Doch keines sei ein Pendant zu den Originalen Schweizer Jasskarten.

Lokale Herstellung

Der Designprozess streckte sich über rund drei Monate. Wie die Studierenden aus der Ostschweiz erläutern, nahmen die Verbesserungen und die kleinen Details die meiste Zeit ein. Die grösste Herausforderung war jedoch die Skizzen digital für den Druck vorzubereiten. «Wir haben uns für diesen Prozess Unterstützung geholt, da uns die Programme und das Wissen dazu fehlten», so die Studierenden.

Für den Druck haben sie sich für eine Ostschweizer Druckfirma entschieden. «Uns ist wichtig, dass solch ein Schweizer Produkt auch in der Schweiz hergestellt wird. Auch um die langen Transportwege zu vermeiden», sagt Andrin (20). Ein grosser Schritt für die drei war dann die erste Bestellung von 1000 Exemplaren vor drei Wochen. Sie freuten sich: «Das gemeinsame Abholen der Sets bei der Druckerei zählte auf jeden Fall zu den Höhepunkten.»

Momentan freuen sich die Studierenden über die ersten Bestellungen, die sie verpacken und versenden können. «Erste Feldversuche mit unseren Karten haben gezeigt, dass sich wunderbar mit den Karten spielen lässt» sagt Noelle. Die Karten können momentan über ihre Instagramseite oder per Mail bestellt werden. Für die Zukunft werden sie proaktiv auf Frauengemeinschaften zugehen und die Karten weiterhin fördern. Und wer weiss: Vielleicht sehen wir die Karten bald beim Donnschtig-Jass.

Wirst du oder wird jemand, den du kennst, aufgrund der Geschlechtsidentität diskriminiert?

Hier findest du Hilfe:

Gleichstellungsgesetz.ch, Datenbank der Fälle aus Deutschschweizer Kantonen

Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann

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