Guanabara-Bucht: «Bei Ebbe ist das Wasser sehr braun»
Aktualisiert

Guanabara-Bucht«Bei Ebbe ist das Wasser sehr braun»

Die Wasserqualität in Rio ist schlecht. Tom Reulein, Teamchef der Schweizer Segler, erklärt, wie Athleten und Trainer damit umgehen.

von
Kai Müller
Rio
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Chef der Schweizer Olympia-Segler: Tom Reulein.

Chef der Schweizer Olympia-Segler: Tom Reulein.

FreshFocus/Jean-guy Python
Nathalie Brugger startet zusammen mit Matías Bühler in der Bootsklasse Nacra 17.

Nathalie Brugger startet zusammen mit Matías Bühler in der Bootsklasse Nacra 17.

Keystone/Salvatore di Nolfi
Das 470er-Männerduo besteht aus Yannick Brauchli (l.) und Romuald Hausser.

Das 470er-Männerduo besteht aus Yannick Brauchli (l.) und Romuald Hausser.

epa/Olivier Hoslet

Sie haben gelernt, sich mit den Bedingungen zu arrangieren. Hundert Tage verbrachten die Schweizer Segler im Schnitt in Rio de Janeiro, um sich auf die olympischen Wettkämpfe vorzubereiten. Ein dominantes Thema: die Wasserqualität. «Am Anfang war es eine Katastrophe, mittlerweile hat es sich aber drastisch gebessert», sagt Teamchef Tom Reulein. Dies dank Säuberungsaktionen und des Einsatzes von Chemikalien.

«Bei Ebbe ist das Wasser immer noch sehr braun», sagt der Deutsche. «Bei Flut kann es aber auch einmal blau sein, dann sieht man Fische und Schildkröten.» Es gebe verschiedene Varianten, sich präventiv zu schützen, zum Beispiel Medikamente. Dazu kommen hygienische Massnahmen: Relativ schnell duschen, wenn man zurück an Land ist, das Boot säubern, Mund und Gesicht waschen. «Die Trainer haben zudem immer einen Desinfektionsspray dabei, der sofort zur Anwendung kommt, wenn sich jemand Schürf- oder Schnittwunden zuzieht.»

Leichtgewicht hofft auf wenig Wind

Reulein mag die Situation aber nicht dramatisieren. «Seit dem 1. Juli werden täglich Proben genommen und die Ergebnisse publiziert. Die Wasserqualität hat internationale Standards», sagt er. Und überhaupt: «Die Segler sollen sich aufs Segeln konzentrieren.»

Auf Diplom- und Medaillenjagd gehen total vier Schweizer Boote mit Zweierbesetzung und der Windsurfer Mateo Sanz Lanz, der am Montag den Anfang macht. Als aussichtsreichste Kandidaten auf einen Spitzenplatz gelten Matías Bühler und Nathalie Brugger, die in der Katamaran-Klasse Nacra 17 antreten. Das spanisch-schweizerische Leichtgewicht Sanz Lanz darf vor allem dann vom Coup träumen, wenn es nur leicht winden sollte. Bei solchen Bedingungen zählt ihn Reulein weltweit zu den Top 3.

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