Bei ecconomiesuisse macht sich Optimismus breit
Aktualisiert

Bei ecconomiesuisse macht sich Optimismus breit

Der Wirtschaftsdachverband economiesuisse blickt mit Zuversicht in die Zukunft.

Angesichts der starken Exportwirtschaft und dem intakten Konsumentenvertrauen rechnet economiesuisse im laufenden Jahr mit einem BIP-Wachstum von bis zu zwei Prozent. Seine Kritik am Zinsschritt der SNB nimmt der Verband zurück.

Nach langer Unsicherheit über Nachhaltigkeit und Stärke des Aufschwungs macht sich auch bei economiesuisse Optimismus breit. Für einmal stand nicht die Sanierung der öffentlichen Finanzen im Zentrum des Wirtschaftslageberichts, sondern die Konjunkturerholung im In- und Ausland. Nach drei Quartalen mit steigender Produktion und Nachfrage präsentiere sich die Schweizer Wirtschaft in einer aufgehellten Verfassung, teilte der Verband am Freitag mit.

Getragen werde die Erholung von der Exportwirtschaft und dem robusten Konsum der privaten Haushalte. Die Ausrüstungsinvestitionen hätten dagegen noch nicht richtig Tritt gefasst, und auch die Kapazitätsauslastung habe noch nicht den Stand der Hochkonjunktur von Ende 2002 erreicht.

Zuversicht schöpft economiesuisse vor allem aus der «erfreulich guten Verfassung» der Weltwirtschaft. Neben den Lokomotiven USA und China kämen auch Japan und Lateinamerika immer besser in Schwung. Nur der Euroraum hinke hinterher. Für die Zukunft rechnet economiesuisse mit weiteren Fortschritten. Die grössten Risiken seien die höheren Ölpreise und die starke Abhängigkeit von den USA und China.

Die Schweizer Wirtschaft dürfte im laufenden Jahr laut economiesuisse um 1,7 bis 2,0 Prozent wachsen. Mit einer Teuerung von 0,8 bis 1,0 Prozent bleibe der Preisauftrieb bescheiden. Angesichts der starken Entwicklung der Weltkonjunktur dürfte insbesondere die Schweizer Exportwirtschaft weiter zulegen. Firmen, die die Krise für Anpassungen nutzten, könnten nun die Früchte ernten. Aber auch beim privaten Konsum, der wichtigsten Nachfragekomponente, rechnet economiesuisse mit weiterem Wachstum.

Stark relativiert wird die Kritik am Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Hatte economiesuisse die Leitzinserhöhung von 0,25 auf 0,5 Prozent von Mitte Juni noch als verfrüht taxiert und damit Zweifel an seiner stabilitätspolitischen Haltung geweckt, so betont der Verband nun den Vorrang der Stabilitäts- vor der Konjunkturpolitik und gesteht dem Zinsschritt seine Richtigkeit zu: Geldmarktsätze von 0,25 Prozent passten immer weniger zu einem Nominalwachstum von zwei und mehr Prozent, und Inflation schaffe kein nachhaltiges Wachstum, heisst es in der Mitteilung.

Eine zu späte geldpolitische Wende nach einer langen expansiven Phase führe erfahrungsgemäss zu Inflation und höheren Zinsen. Andererseits bestehe die Gefahr, das mit einer lang anhaltenden Niedrigzinspolitik Strukturen künstlich am Leben erhalten und notwendige Anpassungsprozesse verhindert würden. Produktion und Beschäftigung blieben damit hinter dem zurück, was möglich und wünschbar wäre. (dapd)

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