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Strom-NotfallplanBei einer Mangellage müssten 130 Migros-Läden schliessen

Wird der Strom knapp, zieht der Bund die Reissleine. Dies bedeutet in der Realität, dass auch ein Teil der Supermärkte geschlossen würde. Ende August soll der Bund über genaue Massnahmen informieren. 

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Bei einem Strommangel müsste jede fünfte Migros-Filiale schliessen. (Symbolbild) 

Bei einem Strommangel müsste jede fünfte Migros-Filiale schliessen. (Symbolbild) 

IMAGO/SEPA.Media
Das Szenario muss nicht eintreffen, doch verschiedene Faktoren sorgen für ein nicht geringes Risiko einer Strommangellage. 

Das Szenario muss nicht eintreffen, doch verschiedene Faktoren sorgen für ein nicht geringes Risiko einer Strommangellage. 

imago images/Andreas Haas

Darum gehts

  • Das reale Szenario einer Strommangellage würde bedeuten, dass jede fünfte Migros-Filiale schliessen müsste. 

  • Mit grossflächigen Filialschliessungen kann der Stromverbrauch gesenkt werden.

  • Der Notfallplan des Bundes sieht verschiedene Massnahmen vor. 

Die drohende Stromlücke beschäftigt Regierung und Gesellschaft. Wie die «Sonntagszeitung» berichtet, hätte eine reale Strommangellage nicht nur Konsequenzen für die Bevölkerung. Für die Migros würde das nämlich bedeuten, dass der Grossverteiler nicht weniger als jede fünfte Filiale schliessen müsste. Bei aktuell 658 Migrosmärkten müssten 130 Läden stillgelegt werden, habe die Zeitung von Stromversorgungsunternehmen erfahren.

Kühlregale, Beleuchtung, Lifte und alles, was im Detailhandel den Betrieb aufrechterhält, verbraucht Strom. Trotz der drohenden Schliessungen würde die Lebensmittelversorgung durch die Migros aber gewährleistet werden. Bei Coop würde man laut «Sonntagszeitung» an aktuellen Notfallpläne arbeiten und man stünde in Kontakt mit dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL).

Der Notfallplan des Bundes sieht bei einer realen Strommangellage einen vierstufigen Eskalationsplan vor. Dieser beinhaltet Sparapelle, Einschränkungen, Kontingentierungen und Netzabschaltungen. Private Haushalte sind von Kontingentierungen nicht betroffen. Es können Strassenlampen abgeschaltet und Ladenbesitzer dazu verpflichtet werden, Schaufensterbeleuchtungen abzustellen. 

Einzelne Standorte würden völlig stillgelegt

Ein Sprecher des BWL bestätigt der «Sonntagszeitung» weiter, dass «Unternehmen im Fall einer Strommangellage von Bewirtschaftungsmassnahmen betroffen sein könnten». Ende August soll die Öffentlichkeit über weitere Schritte und genaue Massnahmen informiert werden. Zu konkreten Massnahmen hat sich die Migros gegenüber der Zeitung nicht geäussert. 

Gemäss Recherchen der «Sonntagszeitung» müssen die Firmen damit rechnen, den Stromverbrauch auf 80 Prozent ihrer normal nachgefragten Menge zu senken. Der drohende Strommangel wird immer realistischer. Verschiedene Faktoren, wie der Krieg in der Ukraine, russische Gaslieferungen und die tiefen Pegelstände der Stauseen sowie mögliche Importbeschränkungen erhöhen das Risiko.  

(sys)

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