«Bei Gefahr kann ich ja wegfliegen»
Aktualisiert

«Bei Gefahr kann ich ja wegfliegen»

Eine neue Extremsportart machts möglich: Mit Speedriding ist für Snowboarder Ueli Kestenholz kein Berg mehr unbezwingbar.

Olympia-Bronzegewinner Ueli Kestenholz war ein Snowboard-Pionier. Nun gehört der 32-jährige Thuner auch in der Extremsportart Speedriding zu den Vorreitern. «Freeriden mit Hilfe eines Fallschirms», beschreibt Kestenholz seine neue Leidenschaft. «Speedriding braucht mehr Fähigkeiten zur gleichen Zeit als das freie Snowboarden oder Skifahren. Man muss nicht nur gut fahren, sondern auch gut fliegen können.» Snowboarden kann der zweifache ISF-Weltmeister schon lange, vor mehr als zwei Jahren hat er zudem mit Fallschirmspringen begonnen. «Nun kann ich die beiden Tätigkeiten ideal verbinden.»

Die neue Sportart, die in Frankreich erfunden wurde, verschiebt die Grenzen. «Vorher konnte ich einen Berg nicht runterfahren, wenn etwa eine Felskante viel zu hoch oder ein Gletscherabbruch zu gross war und mit einem Sprung nicht unverletzt zu bewältigen gewesen wäre.» Jetzt «überfliegt» Kestenholz einfach die vorher unüberwindbaren Stellen. «Je näher man am Berg fliegt, desto mehr fühlt man die Geschwindigkeit.» Die speziellen Schirme erlauben Tempi bis zu 120 Kilometern pro Stunde.

Bereits gibts Stimmen, die die neue Sportart verbieten wollen. Kestenholz erachtet Speedriding jedoch nicht als gefährlich: «Ich schaue mir den Berg immer gut an und weiss dann genau, welche Linie ich fahren will. Und taucht dennoch eine Gefahr auf, kann ich ja wegfliegen.»

Peter Berger

Spiele mit der Gravitation

Gleitschirmprofi Mathias Roten und Snowboarder Ueli Kestenholz haben an einem Tag dank Speedriding Eiger, Mönch und Jungfrau bezwungen. Mit Snowboardszenen aus Alaska und Gleitschirmbildern aus Frankreich ist unter der Regie von Filmemacher Samuel Gyger die Dokumentation «Play Gravity» entstanden (DVD/39 Franken/50 Minuten). Kestenholz zeigt mit der Helmkamera, wie er 50 Prozent steile Bergflanken hinuntersaust. Auch Spiele mit der Anziehungskraft wie Basejump, Fallschirmspringen oder Kitesurfen sind Themen des Films.

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