Aktualisiert 27.03.2018 09:36

Harter WinterBei H&M bricht der Gewinn weg

Die Modekette verdient zum Jahresstart massiv weniger. Schuld sind die kalten Temperaturen - und hausgemachte Fehler

von
vay
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Beim schwedischen Modehaus H&M klemmts: Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs ist der Gewinn um rund 60 Prozent eingebrochen.

Beim schwedischen Modehaus H&M klemmts: Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs ist der Gewinn um rund 60 Prozent eingebrochen.

Maja Hitij
Ein Problem für H&M ist das sehr dichte Filialnetz. Während die Kundschaft immer mehr ins Internet abwandert, setzte H&M bisher zu stark auf den stationären Handel.

Ein Problem für H&M ist das sehr dichte Filialnetz. Während die Kundschaft immer mehr ins Internet abwandert, setzte H&M bisher zu stark auf den stationären Handel.

epa/Focke Strangmann
Anders ergeht es dem spanischen Konkurrenten Zara. Beim Mutterkonzern Inditex stiegen zuletzt sowohl Umsatz als auch Gewinn.

Anders ergeht es dem spanischen Konkurrenten Zara. Beim Mutterkonzern Inditex stiegen zuletzt sowohl Umsatz als auch Gewinn.

AP/Mark Schiefelbein

Das schwedische Modehaus kommt nicht in Fahrt und startet schwach wie kaum zuvor ins neue Geschäftsjahr: Der Gewinn ist im ersten Quartal zwischen Dezember und Februar um rund 60 Prozent auf 1,2 Milliarden Kronen oder umgerechnet rund 140 Millionen Franken eingebrochen, wie der Konzern am Dienstag mitteilt. Das ist der niedrigste Gewinn in einem ersten Quartal seit 16 Jahren.

Das Resultat ist unter Erwartungen: Analysten rechneten mit einem Gewinn von 1,4 Milliarden. Der Umsatz hingegen sank nur leicht auf 23 Milliarden Kronen. «Der schnelle Wandel im Detailhandel geht weiter», wird H&M-CEO Karl-Johan Persson in einer Mitteilung zitiert. Der Start ins Jahr sei schwierig gewesen. 2018 sei zudem ein Übergangsjahr für den H&M-Konzern.

Digitalisierung vorantreiben

Persson will die Digitalisierung vorantreiben, um von den Möglichkeiten im schnell wachsenden Online-Geschäft profitieren zu können. In diesem Bereich will H&M um mehr als ein Viertel wachsen. So soll das laufende Jahr unter dem Strich bessere Resultate liefern.

Zu schaffen machte dem Modehaus der kalte Winter: Eine unüblich grosse Menge an Frühlings-Kleidern wanderte verfrüht in den Ausverkauf, weil die Kunden warme Kleider suchten. Das Vorgehen vermasselte das Frühlingsgeschäft.

Von Zalando und Amazon überfahren

Dass es bei H&M nicht mehr rund läuft, ist auch auf hausgemachte Probleme zurückzuführen. Das Modehaus hat die Digitalisierung verschlafen und im Onlinehandel zu spät reagiert. Das rächt sich gnadenlos: Zalando und Amazon haben längst das Zepter in der Hand und jagen den Schweden die Kunden ab. Zuletzt sorgten auch Rassismusvorwürfe aufgrund einer Werbekampagne für Negativschlagzeilen.

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