13.01.2017 14:10

Private Häuser

Bei Hausbesetzungen will die Stadt Bern vermitteln

Die Hausbesetzer-Szene ist in Bern derzeit besonders aktiv. Nun will die Stadt auch privaten Hauseigentümern Hand bieten.

von
cho
Das besetzte Haus an der Bernstrasse in Ostermundigen.

Das besetzte Haus an der Bernstrasse in Ostermundigen.

Digitalbe

Dass leerstehende Häuser besetzt werden, ist in Bern keine Seltenheit. Erst am 1. Januar hat sich etwa das Kollektiv «Familie Ohana» in einer Villa an der Marienstrasse im Berner Kirchenfeld-Quartier eingenistet. Für Bern ist es die vierte Besetzung innert sechs Monaten, wie die Zeitung «Der Bund» schreibt.

Im Juli letzten Jahres besetzte das Kollektiv «Cassiopeia» gleich drei Häuser an der Effingerstrasse im Monbijou-Quartier. Wenig später liessen sich «Herr Apfel», «Frau Birne» und «Herr Nuss» in einem Haus am Burgernziel nieder. Im Dezember wurde schliesslich ein ganzer Wohnblock an der Effingerstrasse besetzt.

Aktive Hausbesetzer in Bern

«Wir haben den Eindruck, dass die Hausbesetzer-Szene in den letzen Monaten aktiver ist als auch schon», sagt Dagmar Boss von Immobilien Stadt Bern. Sie betont jedoch, dass die Stadt nicht über alle Hausbesetzungen auf städtischem Boden informiert werde.

Seit rund einem Jahr ist die Zwischennutzungsstelle von Immobilien Stadt Bern aktiv. Sie vermittelt leerstehende städtische Liegenschaften für offizielle Zwischennutzungen. Nun beabsichtigt die Stelle auch bei Besetzungen von privaten Häusern aktiv zu werden. Sofern dies die Eigentümerschaft wünscht, will die Stadt zwischen Hausbesitzern und Hausbesetzern vermitteln.

(cho/sda)

Familie Osterhase bleibt noch etwas

Das besetzte Haus an der Bernstrasse in Ostermundigen, bleibt voraussichtlich noch eine weile besetzt. Wie die Eigentümerschaft HRS Real Estate AG gegenüber der «Berner Zeitung» bekannt gab, soll das neue Gebäude «Ende 2019 oder Anfang 2020 bezugsbereit sein». Das besetzte Haus werde jedoch erst abgerissen, wenn die Planung rechtskräftig ist. Ein genaues Datum kann das Immobilienunternehmen dafür nicht nennen, jedoch geht die Überbauungsordnung frühestens vor den Sommerferien ins Gemeindeparlament.(cho)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.