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Porno-FehdeBei «Hustler» hängt der Haussegen schief

Die bekannteste Porno-Verlegerfamilie der USA ist tief zerstritten: «Hustler»-Herausgeber Larry Flynt streitet sich mit seinen Söhnen vor Gericht darüber, was einen «eleganten Sexfilm» ausmacht.

Die Richter über eine Klage von Patriarch Larry Flynt zu befinden. Das Urteil im Rechtsstreit mit seinen Neffen ist wohl als Unentschieden zu werten.

Nach viertägigem Prozess befanden die Geschworenen, vier Frauen und vier Männer, am Freitag in Los Angeles, dass Flynts Neffen Jimmy Flynt und Dustin Flynt die Markenrechte ihres Onkels verletzt hätten, indem sie ihre eigenen Porno-Produktionen lediglich mit der Marke «FLYNT» in den Handel warfen. Aber das Gericht wies Flynts Klage zurück, dass die Neffen auch seine Privatsphäre verletzt hätten. Damit bleibe Flynt auch auf allen Anwaltskosten sitzen, sagte der Rechtsvertreter der Neffen, Dan DeCarlo.

«Das schadet meiner Reputation!»

Flynt, der seit dem Anschlag eines weissen Rassisten im Jahr 1978 auf den Rollstuhl angewiesen ist, machte geltend, die Neffen würden seinen Namen in Verruf bringen, indem sie Geschäfte mit «Trash»-Pornos machten. «Der Dreck, den sie veröffentlichen, schadet meiner Reputation und damit meinem Umsatz», sagte der Pornokönig. Während die Streithähne über die Qualitäten eines «eleganten Sexfilms» debattierten, mussten die Geschworenen vergrösserte Fotos von DVD-Verpackungen und Postern anschauen.

«Es hat niemand in dieser Sache gewonnen», sagte schliesslich Jimmy Flynt Jr., der seinem Onkel mit seinen kantigen Gesichtszügen auf erstaunliche Weise ähnlich sieht. «Es ist traurig, dass die Familie diesen Streit hat. Aber wir denken, dass es uns erlaubt sein muss, unseren Namen in unseren Geschäften zu verwenden.» Das Gericht befand, dass sie künftig auch ihren Vornamen dazusetzen müssen.

Porno-Pionier

Die Neffen starteten ihr eigenes Unternehmen, nachdem ihr Onkel sie im November 2007 aus seinem Verlag Larry Flynt Publications geworfen hatte. «Ich hatte das Gefühl, dass sie dort einen schrecklichen Job machen», erklärte der 67-jährige Verleger vor Gericht. Im vergangenen Jahr feuerte er auch den Vater der beiden Neffen, Jimmy Flynt Sr., mit der Begründung, dass er Geld für den Prozess brauche. Larry Flynt, der vor mehr als 40 Jahren in die Porno-Branche ging, verlegt mehrere Zeitschriften wie das Magazin «Hustler», betreibt einige Websites und Ladengeschäfte und ist darüber hinaus in Textilien und Immobilien unterwegs. 1996 wurde er im preisgekrönten Hollywood-Film «The People vs. Larry Flynt» von Schauspieler Woody Harrelson dargestellt.

(dapd)

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