Meist in Zürich: Bei jedem dritten Spiel kommt es zu Gewalt

Aktualisiert

Meist in ZürichBei jedem dritten Spiel kommt es zu Gewalt

Zahlen geben erstmals Auskunft über Fan-Gewalt in der Schweiz. Der Fussball schneidet dabei deutlich schlechter ab als das Eishockey.

von
roy
1 / 4
Neue Daten geben Auskunft über Fan-Gewalt: Die Fans von Sion räuchern zu Beginn der zweiten Halbzeit das Stadion ein im Fussball-Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel und dem FC Sion in Basel. (18. März 2018).

Neue Daten geben Auskunft über Fan-Gewalt: Die Fans von Sion räuchern zu Beginn der zweiten Halbzeit das Stadion ein im Fussball-Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel und dem FC Sion in Basel. (18. März 2018).

Keystone/Georgios Kefalas
Zwei Anhänger der beiden grossen Sportvereine in Lausanne müssen sich künftig bei Auswärtsspielen auf dem Polizeiposten melden.

Zwei Anhänger der beiden grossen Sportvereine in Lausanne müssen sich künftig bei Auswärtsspielen auf dem Polizeiposten melden.

Stephane Gerber
Damit soll verhindert werden, dass die Risikofans an die Spiele reisen.

Damit soll verhindert werden, dass die Risikofans an die Spiele reisen.

Pablo Gianinazzi

Mit einer neuen Software gehen Bund und Kantone gegen Hooligans in die Offensive. Polizisten und auch Vertreter der Vereine beobachten neu jede Partie, tragen alle Delikte in ein standardisiertes System ein. Ein halbes Jahr haben sie das Verfahren im Stillen getestet. Der «SonntagsZeitung» liegen die Ergebnisse vor.

Sie geben erstmals detailliert Auskunft über Fan-Gewalt in der Schweiz. Beim Eishockey kam es in den sechs Monaten nur in jedem zehnten Match zu gewalttätigen Ereignissen. Im Fussball hingegen war jede dritte Begegnung betroffen, 18 Prozent wegen besonders schweren Verstössen. Meist in Zürich: GC kam während der Testphase auf elf entsprechende Spiele, der FC Zürich auf acht.

System definitiv einführen

Die Daten zeigen auch, dass sich die Gewalt im Fussball oft ausserhalb der Stadien abspielt. In 44 Prozent aller Fussballspiele rapportierten die Beobachter laut «SonntagsZeitung» das Abbrennen von Pyrotechnik. Gleich häufig registrierten sie Sachschäden. Ferner kam es in 18 Prozent der Spiele zu verletzten Drittpersonen.

«Nach Abschluss der Testphase wurde entschieden, das System definitiv einzuführen», sagt Markus Jungo, Chef der Polizeilichen Koordinationsplattform Sport. Mit den Daten wolle man auch Muster für die Zukunft erkennen. «Dass wir schon wissen, wann die Hooligans wo zu welcher Art von Gewalt greifen werden.»

Deine Meinung