Rätselhafter Fall: Bei Jonathans Tod waren keine Drogen im Spiel
Aktualisiert

Rätselhafter FallBei Jonathans Tod waren keine Drogen im Spiel

Die Römer Polizei steht beim tragischen Tod des Schweizer Schülers Jonathan noch immer vor einem Rätsel. Eines ist aber klar: Jonathan und seine Kameraden waren nüchtern.

von
gbr

Fast eine Woche ist es her, seit der 16-jährige Jonathan aus Lausanne in Rom an den Folgen einer Verletzung mit einem Schmetterlingsmesser starb. Vier seiner Mitschüler sind noch in Untersuchungshaft in Rom. Die übrigen Schüler der Klasse des Collège de l'Elysée seien am Samstagmorgen im Hauptquartier der Waadtländer Kantonspolizei von der Schuldirektion, Vertretern des Bildungsdepartements des Kantons und ihren Eltern empfangen worden.

Weder Drogen noch Alkohol seien in Rom im Spiel gewesen – das gaben die italienischen Ermittlungsbehörden nun bekannt, wie «24heures» berichtet. Die Zeitung zitiert den Anwalt der Familie des verstorbenen Schülers: «Sowohl Jonathan als auch seine vier Zimmerkameraden haben an diesem Abend weder getrunken noch sonstige Drogen konsumiert. Was das Übrige anbelangt, die Untersuchung der genauen Abläufe des Dramas sind immer noch in den Händen von Experten.»

Experten untersuchen die Handys der Schüler

Das bedeutet: Was auch immer sich im Zimmer der Römer Pension abgespielt hat – ein Spiel oder ein Streich mit fatalen Folgen, eine Mutprobe, ein Streit, oder vielleicht gar eine gezielte Attacke mit dem verbotenen Schmetterlingsmesser – die Ermittler können es noch nicht mit Sicherheit sagen. Sie ziehen nun gemäss der Zeitung «Il Messagero» Experten heran, um die Handys der vier in Rom verbliebenen Schüler noch genauer untersuchen zu können. Ziel sei, über die SMS und Social-Media-Aktivitäten Aufschluss darüber zu bekommen, was in der Pension genau passiert sein könnte.

Wichtig sei, so «24heures», dass die italienischen Ermittlungsbehörden die vier Schüler bisher nicht offiziell als «schuldig» bezeichnet haben. Das verwendete Wort in den Polizeimeldungen sei jeweils «indagato», d. h. eine Person, gegen welche eine Untersuchung läuft. 30 Tage hätten die Beamten Zeit, bis ihr fertiger Untersuchungsbericht auf dem Pult des Staatsanwalts erwartet wird.

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