31.05.2015 08:04

Bakterien aus dem Labor

Bei Krebs leuchtet der Urin rot

Künstliche Bakterien sollen künftig im Körper patroullieren und beim Auftauchen von bestimmten Krankheiten Alarm schlagen.

von
fee

Genetisch veränderte Bakterien können dazu genutzt werden, Krankheiten wie Krebs schneller zu diagnostizieren und somit die Heilungschancen zu verbessern. Das geht aus einer Studie hervor, die jetzt im Fachjournal «Science Translational Medicine» vorgestellt wurde.

Die von Forschern um Tal Danino vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge entwickelten Bakterien ermöglichen es demnach, Leber-Metastasen anhand einer Urinprobe zu erkennen.

Alarmierende Farbe

Das Team veränderte dafür den E.-coli-Stamm Nissle 1917 so, dass er – in den Körper eingeschleust – in Metastasen ein Enzym freisetzt.

Der Clou: Die Bakterien besiedeln nur Darmwand und Tumore, nicht aber andere Organe oder gesundes Lebergewebe. Dort setzen sie dann das Enzym frei, das wiederum eine injizierte Substanz spaltet. Dabei entsteht ein sogenannt licht-emittierendes Molekül, das den Urin rot färbt.

Überzeugendes Ergebnis

Die Forscher testeten die Methode an verschiedenen Mäuselinien, deren Leber-Metastasen auf Tumore von Darm, Lunge, Eierstöcken oder Bauchspeicheldrüse zurückgingen. In allen Fällen seien die Metastasen sicher nachzuweisen, heisst es.

Obwohl die Forscher keine ernsthaften Nebenwirkungen der E.-coli-Infektion bei den Mäusen im Jahr nach dem Einsatz der Bakterien festgestellt haben, dürfte es noch einige Jahre dauern, bis die Methode beim Menschen eingesetzt werden kann. Es seien noch viele sicherheitsrelevante Fragen offen, so Danino.

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