Aktualisiert 13.03.2020 15:31

Angst vor Corona

Bei Leshop sind Kunden jetzt in der Warteschlange

Wegen des Virus kaufen die Leute vermehrt online ein. Um den Ansturm zu bewältigen, hat die Migros nun eine virtuelle Warteschlange eingeführt.

von
Dominic Benz
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Wer auf Leshop einkaufen will, braucht derzeit Geduld. Die Migros hat bei ihrem Onlineshop wegen des grossen Kundenansturms eine Warteschlange eingeführt.

Wer auf Leshop einkaufen will, braucht derzeit Geduld. Die Migros hat bei ihrem Onlineshop wegen des grossen Kundenansturms eine Warteschlange eingeführt.

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Ist man mit Shoppen endlich an der Reihe, hat man zehn Minuten Zeit, um auf die normale Website von Leshop zu gelangen. Ansonsten heisst es: «Ihre Wartenummer ist nicht mehr gültig.» Dann muss man eine neue Nummer lösen.

Ist man mit Shoppen endlich an der Reihe, hat man zehn Minuten Zeit, um auf die normale Website von Leshop zu gelangen. Ansonsten heisst es: «Ihre Wartenummer ist nicht mehr gültig.» Dann muss man eine neue Nummer lösen.

Doch auch wer die Wartezeit überstanden hat und auf den Shop will, kommt nicht weit. Am Freitagmorgen war die Seite nicht mehr erreichbar, Kunden sahen nur noch ein Bild mit einem nicht enden wollenden Fortschrittsbalken.

Doch auch wer die Wartezeit überstanden hat und auf den Shop will, kommt nicht weit. Am Freitagmorgen war die Seite nicht mehr erreichbar, Kunden sahen nur noch ein Bild mit einem nicht enden wollenden Fortschrittsbalken.

Die Corona-Krise spitzt sich in der Schweiz weiter zu. Das bringt die hiesigen Detailhändler an den Anschlag. So wird der Onlineshop der Migros derzeit von Kunden überrannt. Der Ansturm ist so gross, dass Leshop jetzt eine Warteschlange eingeführt hat.

Kunden, die den Onlineshop besuchen, gelangen nicht wie sonst gleich zur Produkte-Auswahl. Stattdessen wird ihnen die Meldung «Sie sind jetzt in der Warteschlange» angezeigt. Dort informiert sie ein Fortschrittsbalken über die Wartezeit. Am Freitagmorgen lag diese bei knapp 20 Minuten.

«Sehr hohe Nachfrage»

Migros-Sprecher Marcel Schlatter bestätigt, dass der Händler im Online-Bereich eine «sehr hohe Nachfrage» verzeichne. Diese habe in den vergangenen Tage rapide zugenommen. «Viele Kunden, die bis anhin in den Filialen eingekauft haben, steigen nun auf Leshop um», sagt er zu 20 Minuten.

Damit der Onlineshop unter dem Ansturm nicht zusammenbricht, muss die Migros nun die Anfragen kanalisieren. «Um unseren Service weiterhin zu gewährleisten, befinden Sie sich nun in der Warteschlange», schreibt die Migros denn auch im Hinweis auf Leshop.

Am Freitagmorgen nützte aber auch diese Massnahme nicht viel: Die Seite war immer wieder nicht erreichbar, Kunden sahen nach Ablauf der Wartezeit nur noch ein Standbild mit einem nicht enden wollenden Fortschrittsbalken.

Verzögerungen bei der Lieferung

Kunden müssen sich nicht nur beim Bestellen gedulden, sondern auch bei der Lieferung. Laut Schlatter kommt es derzeit zu Verzögerungen von rund drei Tagen. Betroffen seien primär kurzfristige Bestellungen. Der Grund für die Verzögerungen seien aber nicht fehlende Nahrungsmittel, sondern der «stark erhöhte Warenfluss». Wegen des Ansturms kann die Migros also derzeit die Bestellungen nicht mehr fristgerecht bewältigen.

Darauf hat die Migros aber bereits reagiert. Laut Schlatter baue man die Kapazitäten aus und habe mehr Personal sowie Büro-Mitarbeitende im Leshop-Verteilzentrum eingesetzt. Auch gebe es Zusatzschichten und mehr Transporte. «Zudem erhöhen wir mit einer verstärkten Zusammenarbeit mit dem grossen Migros-Verteilzentrum in Suhr AG die Lagerbestände von Leshop», erklärt Schlatter.

«Wartenummer ist zehn Minuten gültig»

Vorerst brauchen Kunden aber weiterhin Geduld in der Warteschlange auf Leshop. Und wer dort seinen Platz nicht verlieren will, sollte die Wartezeit im Auge behalten. Denn ist man mal mit Shoppen endlich an der Reihe, hat man nur zehn Minuten Zeit, um auf die normale Website von Leshop zu gelangen. Ansonsten heisst es: «Ihre Wartenummer ist nicht mehr gültig.»

Im Coop-Onlineshop Coop-at-home gibt es hingegen keine Warteschlange. Der Webshop sei auf erhöhten Zugriff vorbereitet und dementsprechend, teilt das Unternehmen auf Anfrage. Man habe zudem aktuell mehr Leute im Einsatz. «Generelle Engpässe sind grundsätzlich kein Thema, ausser bei Desinfektionsmitteln.»

Ansturm bereits Ende Februar

Bereits Ende Februar war der Ansturm auf die Onlineshops von Migros und Coop gross. Kunden tätigten Hamsterkäufe. Sowohl die Migros als auch Coop warnten auf den Websites vor möglichen Lieferengpässen und ausgebuchten Lieferterminen.

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