Rekordergebnis: Bei Lonza stimmt die Chemie
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RekordergebnisBei Lonza stimmt die Chemie

Der Life-Sciences-Konzern Lonza hat den Gewinn im vergangenen Jahr trotz bescheidener Umsatzzunahme um fast zwei Fünftel gesteigert. Das Unternehmen steigerte seinen Reingewinn um 39,2 Prozent.

Auch mit dem Verlauf des operativen Geschäfts zeigte sich Lonza-Chef Stefan Borgas am Dienstag vor den Medien indes zufrieden. Das in den letzen Jahren aufgebaute Life-Science-Portfolio habe sich im vergangenen Jahr als krisenresistent erwiesen. Die EBIT-Marge stieg von 14,2 auf 15 Prozent.

Zwar bekam Lonza die Rezession in einzelnen Geschäftsbereichen durchaus zu spüren. Profitieren konnte der Konzern jedoch vom Trend zur Auslagerung bei den Pharmakunden.

Grosse Hoffnungen setzt Borgas in das neue Business-Modell mit komplexen Pipeline-Verträgen für die Entwicklung und Herstellung von biologischen Wirkstoffen. Nach dem Abschluss des ersten solchen Abkommens mit Novartis verhandelt Lonza derzeit mit fünf weiteren Firmen.

In zwei Fällen könnte es laut Borgas noch heuer zum Vertragsabschluss kommen. Verhandlungen über Pipeline-Verträge laufen laut dem CEO auch mit Kunden in der Exklusivsynthese.

Als «wichtigen Meilenstein» wertete der Konzernchef den jüngst mit dem israelischen Generikahersteller Teva abgeschlossene Vertrag für die Herstellung sogenannter Biosimilars. Dieser Vertrag sichere Lonza bei den Biotech-Nachahmermedikamenten nicht nur einen Teil der Produktions-, sondern auch der Pharmamarge.

Exklusivsynthese mit starkem Wachstum

Die Exklusivsynthese und die Biopharmazeutika konnten als grösster Geschäftsbereich den Umsatz um 8,9 Prozent auf 1,512 Milliarden Franken steigern. Wachstumstreiber war dabei die Exklusivsynthese. Nach Abschluss von Restukturierungsmassnahmen in Belgien und den USA nahm der Umsatz um 26,1 Prozent auf 757 Millionen Franken zu.

Bei den Life Science Ingredients stiegen die Verkäufe um 5,4 Prozent auf 1196 Mio. Franken. Dieser Geschäftsbereich war in den letzten Monaten von einer generellen Abschwächung betroffen.

Als «enttäuschend» taxierte Borgas die Entwicklung bei den «Biosciences», deren Umsatz mit 222 Millionen trotz einer Steigerung von 17,5 Prozent unter den Erwartungen blieb. Als Grund nannte der CEO unter dem anderem die Budgetkürzungen für Forschung und Entwicklung bei Kunden.

Kein Personalabbau

Für die Zukunft sieht Borgas Lonza gut gerüstet. Beim Betriebsgewinn rechnet Lonza weiterhin mit einer Steigerung um 15 bis 20 Prozent bis 2013. Im laufenden Jahr werden der Fokus in allen Geschäftsbereichen auf die Pipeline und die Kosten gerichtet. Restrukturierungsprogramme mit Entlassungen seien indes nicht geplant.

Der personelle Ausbau geht allerdings laut dem CEO nicht mehr im gleichen Ausmass weiter wie im Vorjahr; 2008 erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten bei Lonza um 9,7 Prozent auf 8462.

Akquisitionen bleiben für Lonza auch nach der letztjährigen Übernahme der deutschen Amaxa für 150 Millionen Franken ein Thema. Von der Gunst der Banken ist der Konzern dabei mit liquiden Mitteln von 556 Millionen unabhängig.

(sda)

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