Schweizer Pflichtverteidiger: «Bei Magdici besteht keine Fluchtgefahr»
Aktualisiert

Schweizer Pflichtverteidiger«Bei Magdici besteht keine Fluchtgefahr»

Aufseherin Angela Magdici ist wieder in der Schweiz und sitzt in U-Haft. Ihr Pflichtverteidiger Urs Huber setzt sich für eine baldige Entlassung ein.

von
Qendresa Llugiqi

Gefängnisaufseherin Angela Magdici (32) und Häftling Hassan Kiko (27) flüchteten Anfang Februar nach Italien. Seit Donnerstag hat zumindest Magdici wieder Schweizer Boden unter den Füssen. Italienische Polizisten brachten sie an die Grenze, wo sie von Tessiner Polizisten in Empfang genommen wurde. Am Freitag kam Magdici in Zürich an.

Ihr Schweizer Pflichtverteidiger Urs Huber von der Anwaltskanzlei Urs Huber aus Pfäffikon SZ traf am Freitagnachmittag bei der Hafteinvernahme das erste Mal auf Magdici: «Sie machte einen gefestigten Eindruck und war gut zwäg», sagt Huber zu 20 Minuten. Inzwischen bereue Magdici ihre Flucht, sie habe ein Geständnis abgelegt. «Dabei gab sie auch an, dass sie Hassan liebe.» Weitere Details seien ihm aber im Moment nicht bekannt. Diese werde er mit seiner Klientin bei den folgenden Treffen besprechen.

«Es besteht keine Fluchtgefahr»

Ein weiteres Mal hat Huber Magdici am Samstag bei der Verhandlung am Zürcher Zwangsmassnahmengericht getroffen. Dieses hiess den Antrag auf Untersuchungshaft noch am gleichen Tag gut. Dagegen wird Huber in den nächsten Tagen beim Obergericht Zürich Beschwerde einreichen: «Die U-Haft wurde vor allem wegen der angeblichen Fluchtgefahr verhängt», erklärt Huber. «Doch diese ist bei Angela Magdici nicht gegeben.» Deshalb werde er sich dafür einsetzen, dass seine Klientin so schnell wie möglich freikomme. Nach drei Monaten spätestens müsse sowieso eine Neubeurteilung erfolgen, sofern Magdici nicht schon vorher entlassen worden sei. Zudem könne sie jederzeit ein Haftentlassungsgesuch stellen, so Huber.

Gemäss einer Medienmitteilung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis wird Magdici ihre U-Haft in einem Gefängnis ausserhalb des Kantons Zürich absitzen. «Wo, wird noch definitiv entschieden werden müssen», sagt Huber.

Huber wird Kiko nicht vertreten

In der Zwischenzeit hatte Huber auch bereits Kontakt mit Magdicis Vater, Kurt Bill. Über den Inhalt des Gesprächs möchte er jedoch keine Auskunft geben.

Auf die Frage, ob er auch Häftling Hassan Kiko vertreten werde, antwortet Huber: «Nein, ich kann wegen des Interessenkonflikts nicht beide vertreten. Dass dies in Italien offenbar möglich war, kann ich nicht nachvollziehen.»

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