Neue Firmenstrategie: Bei Microsoft schwebt die Cloud über allem

Aktualisiert

Neue FirmenstrategieBei Microsoft schwebt die Cloud über allem

Software-Riese Microsoft hat heute zur Keynote mit CEO Satya Nadella eingeladen. In Zürich erklärte der Konzernchef die Strategie «Mobile First. Cloud First».

von
Philipp Stirnemann

22 Jahre bei Microsoft, seit neun Monaten an der Spitze des Konzerns, beehrte Microsoft-CEO Satya Nadella die Schweiz, um hiesigen Journalisten und Geschäftspartnern seine Vision zur Zukunft des Unternehmens näherzubringen. Unter der Losung «Mobile First. Cloud First» will Microsoft künftig geschäften, wobei Nadella den Fokus nicht etwa auf portable Geräte legt.

Mit «mobile» meine Microsoft vielmehr die Mobilität der Menschen im Umgang mit digitalen Devices aller Art. «Es gibt mehr Geräte als Menschen auf der Welt, und es gibt mehr Sensoren als Geräte», sagte Nadella gestern in Zürich. All diese Geräte und die Menschen miteinander zu verbinden, darin sieht Microsoft seine Hauptaufgabe.

Universal-Plattform Microsoft

Man müsse die Regeln der Produktivität auf allen Ebenen – vom Einzelnen bis zum Grosskonzern – neu überdenken. Nur wer auf seinen Geräten all seine Anwendungen und Daten miteinander verknüpfen könne, könne der heutigen Zeit entsprechend produktiv sein, so Nadella.

Microsoft will künftig unser aller Universal-Manager respektive -Organisator sein. Nadella erwähnte in diesem Zusammenhang die Sprachassistentin Cortana, die bereits als Lebens-Vereinfacherin funktioniert. Hat man etwa einen Termin im Kalender des Smartphones eingetragen, berechnet Cortana nicht nur den schnellsten Weg zum Treffpunkt, sondern zieht für das Routen- und Zeitmanagement auch aktuelle Staumeldungen bei und fordert einen rechtzeitig auf, sich auf den Weg zu machen.

Es gehöre zu den wichtigsten Aufgaben, andere Firmen produktiv zu machen. «Wir wollen die Firma sein, die anderen die Mittel zur Verfügung stellt, damit diese ihre eigenen Produkte und Dienstleistungen verwirklichen können», so Nadella.

Cloud, Daten, Windows 10

Über Gedeih und Verderb des Konzerns wird laut Nadella die Cloud entscheiden. Sie soll, in Kombination mit Anwendungen wie dem plattformübergreifenden Office 365, zum Schlüssel für das Produktivitätskonzept des CEO werden.

«Jedes Gerät generiert Daten, jede Applikation auf einem Gerät generiert Daten. Dadurch entstehen Probleme für Cloud-Services, wenn es um die Mobilität all dieser Daten geht», meint der Microsoft-CEO. Sein Ziel ist es, dass jeder Nutzer genau an die Daten herankommt, die für ihn wichtig sind. Dabei kam Nadella auch kurz auf das neue Betriebssystem Windows 10 zu sprechen. Dieses sei ein «Generationensprung», vor allem, weil es auf allen Geräten aller Grössen laufen soll.

«Minecraft» als Vorbild?

Zum Abschluss seines Zürich-Besuchs äusserte sich Nadella zur Game-Sparte und betonte, wie wichtig sie für den Konzern sei. Neben der weltberühmten «Halo»-Serie sprach er auch die Übernahme des schwedischen Indie-Entwicklers Mojang an. «Das hat mich zu Hause beliebt gemacht.» Als seine Tochter nämlich erfahren habe, «dass ‹Minecraft› jetzt uns gehört», sei sie begeistert gewesen.

«Wir wollten eine neue Franchise dazugewinnen, und da kam ‹Minecraft› ins Spiel. Warum? Weil es plattformübergreifend erhältlich und auf allen Systemen ein Top-Seller ist.» Nadella hat die Strahlkraft des Klötzchen-Spiels erkannt: «Es ist toll, eine Nummer-1-App auf iOS und Android zu haben.»

Womit das ursprünglich schwedische Indie-Game dem US-Grosskonzern genau das vormacht, worin Nadellas Visionen für Microsoft liegen: nämlich dank einer offenen Kreativwelt auf allen Plattformen zugänglich zu sein – und von (fast) allen genutzt zu werden.

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