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Doktor Sex«Bei One-Night-Stands kriege ich keinen Steifen!»

Ivan wünscht sich nichts sehnlicher als eine erfolgreiche Nacht mit einer unbekannten Frau. Aber bei jedem Versuch herrscht tote Hose. Was tun?

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Die Erektionsfähigkeit des Mannes ist nur ein Aspekt eines befriedigenden Sexuallebens.

Die Erektionsfähigkeit des Mannes ist nur ein Aspekt eines befriedigenden Sexuallebens.

Frage von Ivan (21) an Doktor Sex: Ich habe Schwierigkeiten, bei One-Night-Stands eine Erektion zu kriegen. Sobald ich aber in einer Beziehung bin oder eine emotional gute Verbindung zu der Frau habe, mit der ich Sex habe, gibt es überhaupt keine Probleme. Bin ich zu weich? Kann ich nur Sex haben, wenn ich in einer Art «Beziehung» bin? Ich habe es auch mal mit einer Prostituierten versucht – auch da war tote Hose. Bald verzweifle ich. So gerne würde ich einfach mal eine erfolgreiche Nacht mit einer mir unbekannten Frau erleben. Was kann ich tun?

Antwort von Doktor Sex

Lieber Ivan

Beim One-Night-Stand und damit beim Sex mit einer Person, die man kaum kennt, gibt es grob gesehen zwei mögliche Szenarien: Entweder, man fühlt sich in dieser Anonymität wohl oder man wird dadurch verunsichert. Du scheinst zu denen gehören, die ein Mindestmass an Orientierung und Vertrautheit benötigen, um eine Erektion haben und aufrechterhalten zu können. Anders ausgedrückt: Das Spiel mit dem Unbekannten, die Ungewissheit, scheinen dich nicht anzuturnen. Aus diesem Grund wird dein Wunsch, eine erfolgreiche Nacht mit einer unbekannten Frau zu erleben, wohl eine Fantasie bleiben müssen. Jedenfalls, solange du dich nicht mit der dahinterliegenden Motivation auseinandergesetzt hast.

In diesem Zusammenhang scheint mir der Ausdruck «erfolgreich» eine zentrale Rolle zu spielen. Was den Sex angeht, bist du offenbar ziemlich wettbewerbsorientiert. Anders kann ich mir die Verwendung dieses Begriffs nicht erklären. Du scheinst einer dieser Männer zu sein, die eine ganz bestimmte Vorstellung haben davon, wie Sex geht und welche Rolle den Beteiligten zukommt: Der Mann hat von der ersten bis zur letzten Sekunde einen stahlharten Penis und damit beschenkt er die Frau in allen erdenklichen Positionen mit unzähligen Orgasmen, die einander bezüglich Dauer und Intensität von Mal zu Mal übertreffen.

Dieses Konzept ist erstens ziemlich primitiv und zweitens macht es die Erektionsfähigkeit und Ausdauer des Mannes zur unabdingbaren Voraussetzung für einen befriedigenden sexuellen Kontakt. Die kleinste Störung der Potenz macht ihn zum Versager und das Paar zum Opfer des verminderten Blutflusses in seinen Schwellkörpern.

Ich rate dir, dich mit alternativen Konzepten von Sexualität auseinanderzusetzen. Beispielsweise, indem du Bücher dazu liest. Sehr empfehlen kann ich dir «Zeit für Liebe» von Dania Richardson. Aber auch der Besuch eines Tantraseminars bei ihr könnte dich auf neue Ideen im Umgang mit deinem Körper, deiner Geschlechtlichkeit und mit Beziehungen bringen. Viel Vergnügen beim Forschen!

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